Fort- und Weiterbildungen – Diese Kosten können steuerlich geltend gemacht werden

Fort- und Weiterbildungen – Diese Kosten können steuerlich geltend gemacht werden
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Beim Besuch einer Weiterbildung summieren sich die Kosten, sodass sich bald die Frage stellt, ob man diese steuerlich geltend machen kann. Je nach Fortbildung und Zweck einer solchen, aber auch vom beruflichen Status her, gibt es einiges zu beachten, um diese Ausgaben zumindest teilweise begünstigen zu können.

 

Was sind Fortbildungskosten?

Wer konkrete Ziele in seiner Berufslaufbahn verfolgt, kommt ohne Weiterbildung nicht weiter. Bei einer Vielzahl von Weiterbildungsangeboten summiert sich jedoch der Aufwand. Es bleibt ja nicht bei Büchern und Stiften. Man muss den Veranstaltungsort erreichen, vielleicht sogar übernachten, muss sich neben dem Beruf auf die nächste Stunde vorbereiten und die Software dafür anschaffen. Warum nicht also eine Weiterbildungsförderung für die Karriere nutzen und die entsprechenden Ausgaben der Fortbildung steuerlich absetzen? Natürlich sollte man sich vorher informieren, welche Kosten abgesetzt werden können, um steuerliche Berücksichtigung zu finden.

Grundsätzlich zählen dazu direkte Fortbildungskosten wie beispielsweise die Kosten für Seminare, extra Gebühren sowie das Lehrmaterial, das für den Besuch der Weiterbildung benötigt wird. Außerdem kann man Kopierkosten geltend machen, sofern sie für die Ausbildung erforderlich sind.

Übrigens sollte man die Teilnahmebestätigung für die Fortbildung bei den Unterlagen hinzufügen. Auch ein zeitlich intensives Programm der Veranstaltung ist ein guter Nachweis, damit die Fortbildungskosten anerkannt werden. Dazu eignen sich auch Protokolle, Unterlagen oder andere Mitschriften bei der Fortbildung.

 

Reisekosten im Überblick

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Fahrt- und Reisekosten. Ob mit dem eigenen Auto oder der Bahn: Diese Ausgaben dürfen ebenso bei der Steuererklärung geltend gemacht werden wie Bewirtungs- und Übernachtungskosten. Letztere allerdings nur, wenn sich der Veranstaltungsort nicht an der eigentlichen Arbeitsstätte befindet. In derselben Stadt ein Hotel buchen, um einen entspannten Abend zu verbringen nach der Fortbildung, akzeptiert kein Finanzamt, klar.

Bei den Reisekosten kommen noch entsprechend Verpflegungspauschbeträge oder das Kilometergeld hinzu. Dieses auch, wenn man jemanden mitnimmt zur Fortbildung oder selbst mitfährt. Die Summen erscheinen unbedeutend. Wenn sich die Weiterbildungsmaßnahme jedoch über einen längeren Zeitraum hinzieht, sollte man diese Posten nicht außer Acht lassen.

Bei Reisekosten sollte man auch konkret bleiben. Daher sind Gegenstände, die im weiteren Sinne mit der Reiseverpflichtung für die Fortbildung zu tun haben wie beispielsweise Koffer, Reisekleidung oder Wecker nicht abzugsfähig. Taxifahrt zum Veranstaltungsort, Bahnkarte, Verpflegung oder die Hotelrechnung dagegen gelten sehr wohl als Werbungskosten.

Übrigens sollte man die Teilnahmebestätigung für die Fortbildung bei den Unterlagen hinzufügen. Auch ein zeitlich intensives Programm der Veranstaltung ist ein guter Nachweis, damit die Fortbildungskosten anerkannt werden. Dazu eignen sich auch Protokolle, Unterlagen oder andere Mitschriften bei der Fortbildung.

Wie können sie steuerlich geltend gemacht werden?

Es ist sinnvoll, sich bereits vor Buchung einer Fortbildungsmaßnahme zu informieren, ob man diese später auch aus steuerlichen Gründen absetzen kann. Beim Besuch einer Abendschule, die den Zweck hat, das Abitur nachzuholen, ist der Zweck ganz klar gegeben.

Lieber zweimal fragen, als sich hinterher ärgern, wenn es Grenzfälle gibt oder Unklarheiten bei der Steuererklärung. Auch bei einem Fernstudium, der zu einer völligen beruflichen Umorientierung führt, besteht kein Zweifel, dass hier die Ausgaben gänzlich aus beruflichen Zwecken erfolgen, in weiterer Folge sind diese daher entsprechend steuerlich absetzbar und können geltend gemacht werden. Auch der Steuerberater könnte ein Ansprechpartner sein, um Zweifelsfälle im Vorfeld zu klären und die Werbungskosten laufend up to date halten zu können.

 

Werbungskosten: Arbeitszimmer und Tablet

Hardware wie Tablet oder Notebook können bis zu einer Höhe von 952 Euro brutto voll abgesetzt werden. Über diese Grenze hinaus erfolgt die Absetzung über einen Zeitraum von drei Jahren. Als Arbeitsmittel für die Fortbildung gelten neben Fachbüchern und Schreibmaterial auch dafür erforderliche Büromöbel, ein Diktiergerät oder Software sowie Arbeitskleidung.

Ziel und Zweck bei der akkuraten Ausarbeitung der Werbungskosten ist stets die nachvollziehbare Nachweisbarkeit, ob man diese Produkte für die Ausübung der Fortbildung benötigt. Bei einem Studium ist natürlich ein entsprechender Arbeitsplatz unverzichtbar. Daher kann man dafür auch die Ausgaben für Schreibtisch samt Tischlampe und Bücherregal als Werbungskosten einreichen.

Das Arbeitszimmer ist ein Spezialfall. Nutzt man dieses zu mindestens 90 Prozent für eine längerfristige Fortbildung, ist es sogar möglich, die Kosten für dieses Arbeitszimmer abzusetzen. Unsicherheit schafft auch das Thema Internet und Telefon. Das Finanzamt gibt hier einen maximalen Grenzbetrag von 20 Euro monatlich vor, wenn man 20 Prozent der monatlichen Ausgaben absetzen möchte.

 

Besondere Berufsgruppen

Ein Student kann beispielsweise auch die anfallenden Kosten für ein Aufbau- und Zweitstudium steuerlich absetzen. Wer für die Arbeit als Arbeitnehmer für die Teilnahme an einem Webinar oder einer anderen E-Learning-Weiterbildung einen Laptop oder ein Tablet benötigt, kann auch diese Kosten – zumindest anteilig – beim Finanzamt steuerlich absetzen.

Bei Selbständigen ist es schwerer, Fortbildungskosten zu argumentieren. Hier ist man doch gefordert, seinen Standpunkt zu vertreten und einen Zusammenhang zwischen der selbständigen Tätigkeit und der Fortbildung zu erbringen.

Bei einem Handwerker zum Beispiel ist die Sachlage leichter nachvollziehbar, wenn dieser einen Buchhaltungskurs besucht und damit sein Finanzmanagement in Zukunft besser bewältigen kann. Zusätzlich gilt für Freiberufler und Selbständige eine maximale Jahresgrenze für Fortbildungskosten von 4000 Euro. Diese werden dann vom erwirtschafteten Gewinn abgezogen, was eine Reduktion der Grundsumme für die Berechnung der Steuer erzielt.

 

 

Sonderfälle bei Fortbildungskosten

Es gilt außerdem zu beachten, dass nicht grundsätzlich jeder Kurs, jede Weiterbildung anerkennt wird. Steht eine Fortbildung nachweisbar im Zusammenhang mit dem ausgeübten Beruf, zählt sie zu den Werbungskosten und ist steuerlich absetzbar. Übrigens kann man auch Aufwendungen für Arbeitsmittel geltend machen wie beispielsweise den Laptop für Onlineseminare.

Allerdings sollte man bei Sprachkursen beachten, dass das Finanzamt hier sehr kritisch ist. Für das Hobby wird der Fortbildungsbetrag nicht akzeptiert werden. Anders sieht die Sache aus, wenn man die Sprachkenntnisse beruflich braucht.

Der Besuch von Kongressen und Fachtagungen ist ebenso steuerlich abziehbar, vorausgesetzt, die Teilnahme beruht zum Großteil auf einem beruflichen Interesse. Das bedeutet aber in weiterer Folge auch, dass private Interessen nahezu ausgeschlossen sein müssen.

Wer die berufliche Fortbildung mit privatem Vergnügen verbindet, kann entsprechend auch die Reisekosten nicht geltend machen. In der Südsee mit der Familie eine Fachtagung besuchen, erfüllt nicht die Bedingungen. Bei einem durchgetakteten Programm der Tagung ohne Familienanhang und ohne touristische Ausflüge auf eigene Faust sieht die Sachlage wieder deutlich anders aus.

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