Qualifiziert mit Steuererklärungen umgehen

Qualifiziert mit Steuererklärungen umgehen
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Jahr für Jahr sehen sich deutsche Steuerzahler damit konfrontiert, dass sie eine Steuererklärung abgeben müssen. Hierbei handelt es sich nicht nur um eine Pflicht; wer seine Steuererklärung gut im Griff hat, ist in der Lage, damit eine Menge Geld zu sparen. Die Arbeit ist für die meisten allerdings sehr ungewohnt, die Formulare sind nicht gerade das, was man benutzerfreundlich nennt. Außerdem gibt es viele Menschen, die angesichts des Beamtendeutschs darin so kopfscheu werden, dass sie nicht vernünftig damit umgehen können.

 

Corona und die Steuererklärung

Wer sich im Laufe der letzten Jahre mühsam daran gewöhnt hat, was die Steuererklärung benötigt, sieht sich im Angesicht der Corona-Krise möglicherweise mit neuen Herausforderungen konfrontiert, denn z. B. beim Bezug von Kurzarbeitergeld sind besondere Bedingungen zu beachten. Welche sind das? Wie lassen sich Steuernachzahlungen vermeiden? Und überhaupt, wie muss es in der Steuererklärung berücksichtigt werden, wenn man Überbrückungshilfen vom Staat bezogen hat, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen? Wie verändert sich die Steuererklärung, wenn man arbeitslos geworden ist? Welche Wege gibt es also, um bei der Steuererklärung seine eigenen Interessen gut zu vertreten und nichts falsch zu machen?

Digitale Helfer bei der Steuererklärung

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Computerprogrammen, die bei der Lohnsteuererklärung helfen sollen. Manche dieser Programme funktionieren ohne Download, also lediglich über den Browser und entsprechend online; andere Programme kann man sich gratis oder kostenpflichtig herunterladen. Bevor sich jemand für ein Programm entscheidet, sollte man sich im Netz gründlich informieren, wie andere Nutzer es beurteilt haben. Auch für 2020 gibt es schon Steuer-Software-Tests und entsprechende Vergleiche, an denen sich Verbraucher orientieren können. Wie bei allen Vergleichstests ist es auch hier wichtig zu beachten, dass sie unabhängig durchgeführt worden sind. Wer also herausfinden möchte, welches Programm für ihn tatsächlich günstig ist, sollte immer auf die Quellen achten, um ein wirklich objektives und damit verlässliches Testurteil zu finden.

Die meisten der Steuer-Software Programme sind für Privatpersonen geeignet und nicht für Unternehmen. Größere Firmen, die keine eigenen Fachabteilungen für ihre Steuerangelegenheiten unterhalten, sind buchstäblich mit einem Steuerberater gut beraten, dasselbe gilt für mittlere Unternehmen. Kleinere Firmen können sicher im Einzelfall eine qualifizierte Steuererklärung in Eigenregie abfassen, aber dann sollten auf jeden Fall ausreichende Fachkenntnisse vorhanden sein.

Der Lohnsteuer-Hilfe-Verein

Deutlich teurer als die Anschaffung eines Steuerprogramms kommt den Ratsuchenden eine Mitgliedschaft im Lohnsteuerhilfeverein zu stehen. Die Gebühren dafür richten sich nach dem Brutto-Jahreseinkommen des jeweiligen Mitglieds; oftmals ist auch eine Aufnahmegebühr zu entrichten. Im Durchschnitt sparen Arbeitnehmer knapp über 1.000 Euro, wenn sie eine Lohnsteuererklärung abgeben – entsprechend sollten sich Personen, die sich für eine Mitgliedschaft in einem Lohnsteuerhilfeverein interessieren, ausrechnen, ob sich die für sie tatsächlich rentiert.

Wer hier Hilfe sucht, muss bitte beachten, dass sich nicht jeder von einem Lohnsteuerhilfeverein beraten lassen kann: Angestellte, Beamte oder Rentner können Vereinsmitglieder werden und ihre Steuererklärung entsprechend dort ausarbeiten lassen. Wer sich in solch einem Verein im Hinblick auf seine Steuerangelegenheiten betreuen lassen kann, ist vom Gesetzgeber ebenso vorgeschrieben wie der Umfang der Beratung: Der Verein legt dem Finanzamt die Steuererklärung vor und kann im Ernstfall auch den sich daran anknüpfenden Schriftverkehr führen, also all das tun, was auch ein Steuerberater darf. Außerdem darf der Lohnsteuerhilfeverein seine Klienten beraten, wenn es beispielsweise um die Wahl der günstigsten Steuerklasse geht, beim Antrag auf Lohnsteuerermäßigung, bei Fragen rund um das Kindergeld oder Riester-Zulagen bzw. Freistellungsaufträge. Im Vergleich mit der Betreuung der Steuerangelegenheiten durch einen Steuerberater stellt der Lohnsteuerhilfeverein die preiswertere Alternative dar.

Sich selbst qualifizieren zum Steuerfachwirt / zur Steuerfachwirtin

Die aktuelle Debatte um das Homeschooling zeigt es: Zu Hause lernen ist im digitalen Zeitalter leicht möglich. Wer beim Umgang mit Steuerfragen merkt, dass ihm oder ihr die Thematik liegt, kann sich in Online-Kursen bei einem Fernstudium zum Steuerfachwirt / Steuerfachwirtin fortbilden. Voraussetzung für die Zugangsberechtigung zu einer solchen Online-Fortbildung ist der Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung.

Das Online Fernstudium zum Steuerfachwirt kann neben einer Berufstätigkeit in Vollzeit erfolgen. Das ist natürlich anstrengend, aber zeitlich möglich und attraktiv für solche Personen, die ihre Karrierechancen verbessern möchten und nach Möglichkeiten zum beruflichen Aufstieg suchen.

Anbieter für Fernstudiengänge zum Steuerfachwirt informieren Interessenten unverbindlich ausführlich über ihre Kurse und bereiten in deren Verlauf die Teilnehmer auf die abschließende IHK-Prüfung zum Steuerfachwirt vor. Die Abschlussprüfung umfasst einen mündlichen sowie einen schriftlichen Teil und kann nach etwa 1,5 Jahren abgelegt werden. Wie lang die Ausbildung zum Fachwirt tatsächlich dauert, bestimmt jeder Kursteilnehmer letztlich selbst einerseits durch seine Fächerwahl mit, andererseits durch die Zahl der Wochenstunden, die im Rahmen der Weiterqualifizierung zum Fachwirt absolviert werden. Natürlich kostet ein solches Fernstudium auch Gebühren – Anbieter informieren Interessenten umfassend über die unterschiedlichen Möglichkeiten für eine Förderung bzw. in Bezug auf die Möglichkeiten hinsichtlich Steuerspartipps, Bildungsurlaub oder Kurzarbeit, die die Weiterbildung erleichtern können.

In der Wirtschaft sind Abschlüsse als Fachwirt hoch anerkannt. Sie stellen die Voraussetzung dar, um im mittleren Management Führungspositionen zu übernehmen und werden als gleichwertig mit einem Bachelor-Abschluss betrachtet.

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