So setzen Sie einen Treppenlift von der Steuer ab

So setzen Sie einen Treppenlift von der Steuer ab

Kann man einen Treppenlift von der Steuer absetzen? Ja, aber nur in bestimmten Fällen. Wir verraten Ihnen, welche Fälle das sind und wie Sie garantiert alle Steuervorteile beim Kauf (oder der Miete) von Treppenliften sowie der Durchführung anderer, barrierefreier Umbauten nutzen.

Treppenlifte: medizinische Hilfsmittel im engeren Sinne

Sofern es eine medizinische Notwendigkeit für den Kauf und die Installation eines Treppenliftes besteht, erkennt das Finanzamt die Gesamtkosten als außergewöhnliche Belastung an. Als Nachweis genügt ein herkömmliches ärztliches Attest. Ein amtsärztliches Attest ist nicht notwendig. Das entschied der Bundesfinanzhof (BFH) im Jahr 2014. Ab Pflegegrad ist überhaupt kein Nachweis mehr erforderlich.

So geht’s:

Tragen Sie den Eigenanteil (Gesamtkosten abzüglich etwaiger Zuschüsse) im Feld außergewöhnliche Belastung in Ihrer Einkommensteuererklärung ein. Das Finanzamt wird den Betrag unter Anrechnung der individuellen zumutbaren Belastung berücksichtigen. Menschen mit Behinderung können alternativ den Behinderten-Pauschbetrag geltend machen. Dessen Höhe bemisst sich anhand des Grades der Behinderung.

Lohnkosten der Handwerker absetzen

Sollte der Einbau des Treppenlifts (oder eine andere barrierereduzierende Umbaumaßnahme) NICHT notwendig sein, sondern rein prophylaktisch – zum Beispiel zur Steigerung des Immobilienwertes – durchgeführt werden, lassen sich lediglich die Kosten für den Einbau absetzen, nicht aber die Anschaffungskosten. Allerdings akzeptiert das Finanzamt auch von den Handwerkerkosten nur 20 Prozent. Pro Jahr darf die Steuerersparnis die Grenze von 1.200 Euro zudem nicht überschreiten.

 Steuervorteile auch für Miet-Treppenlifte

Ob der Treppenlift neu / gebraucht gekauft oder gemietet wird, ist aus steuerrechtlicher Sicht egal. Alle Varianten können auf Basis der zuvor genannten Einschränkungen steuerlich geltend gemacht werden.

 Weitere Finanzierungshilfen

Um die persönliche Belastung beim Treppenlift-Kauf oder der Treppenlift-Miete zu senken, stehen verschiedene Fördermittel und Zuschüsse bereit. Zwar beteiligt sich die Pflegekasse nicht direkt an den Treppenlift-Kosten, allerdings werden sog. wohnumfeldverbessernde Maßnahmen einmalig mit bis zu 4.000 Euro pro Person und maximal 16.000 Euro pro Haushalt bezuschusst. Bedingung ist, dass bereits ein Pflegegrad (Pflegegrad 1 genügt) zugeteilt wurde.

Die staatliche Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) unterstützt altersgerechte Umbauten mit dem Investitionszuschuss 455-B. Gefördert werden Eigentümer von Ein- oder Zwei­familien­häusern (max.  2 Wohn­einheiten oder eine Wohnung), Erst­erwerber von sanierten Ein- oder Zwei­familien­hauses (oder einer Wohnung), Wohnungs­eigentümer­gemeinschaften aus Privat­personen sowie Mieter. Je nach Art der Maßnahme beträgt der Zuschuss 10,00 % (max. 5.000 Euro) oder 12,50 % (max. 6.250 Euro) der förderfähigen Investitionskosten.

Alternativ steht Mietern und Vermietern unabhängig vom Alter und Gesundheitszustand ein besonders zinsgünstiger Kredit zur Verfügung. Diesen gibt es ab 0,78 % effektiven Jahreszins. Die maximale Kredithöhe setzt die KfW bei 50.000 Euro an.

Wichtig: Ein KfW Förderung kann nicht mit anderen Zuschüssen (z. B. dem Pflegekassenzuschuss) kombiniert werden.

Allgemeine Infos zu Treppenliften:

  • Die offizielle Bezeichnung für einen Treppenlift lautet “Treppenschrägaufzug”.
  • Senkrechtlifte (z. B. Hublifte) sind daher streng genommen keine Treppenlifte, werden aber im Alltag als solche bezeichnet.
  • Der Sitzlift ist mit Preisen ab 4.000 Euro (für ein Neumodell) die preiswerteste Variante.
  • Rollstuhlfahrer benötigen einen Lift mit befahrbarer Plattform (Plattformlift).
  • Lifte für außen sind in der Regel teurer als Lifte für den Innenbereich.
  • Für kurvige Treppen werden (bei Treppenschrägaufzügen) maßgefertigte Führungsschinen benätigt. Diese wirken sich deutlich auf den gesamtpreis aus.
  • Treppenlifte gelten nicht als Pflegehilfsmittel und werden daher nicht direkt von der Pflegekasse bezuschusst.
  • Vermieter / Eigentümergemeinschaften dürfen den Treppenlift-Einbau nicht untersagen, falls der Lift für eine Mietpartei medizinisch notwendig ist. Die Kosten sind jedoch von der Mietpartei zu tragen.

 

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