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Wie werden Gewinne versteuert?

Bei der Frage, wie die Gewinne in Casinos oder generell beim Glücksspiel versteuert werden, gibt es häufig Irritationen. Damit die Spieler nicht ins Fettnäpfchen treten oder sich durch unterlassene Anzeige der Gewinne beim Fiskus strafbar machen, bringen wir Licht ins Dunkel.

Steuerfreie Einkünfte vs. steuerpflichtige Einkünfte

Die Bruttospielerträge im weltweiten Glücksspielmarkt sind in den letzten Jahren enorm angestiegen. Nicht nur der Anteil der Hobby-Spieler, sondern auch die Anzahl der Profi-Spieler (vor allem beim Broker und anderen Karten- und Tischspielen) steigt stetig. Die Besteuerung der Gewinne findet nach einem einfachen Grundsatz statt:

  • Profi-Spieler unterliegen der Einkommensteuer
  • Hobby-Spieler müssen die Gewinne meist nicht steuerlich geltend machen.

Ob Spieler ihre Gewinne in Online Casinos versteuern müssen, hängt also von ihrem Spiel-Status ab. Wer in einem Online Casino Gewinne erzielt, der sollte außerdem auf die gültigen Casino-Lizenzen achten. Sie sind es nämlich, die steuerlich relevant sind. Für alle Casinos, die eine EU-Lizenz besitzen, gelten die steuerlichen Grundlagen für die Hobby-Spieler. Damit die Spieler auf der sicheren Seite sind, sollten sie sich vor allem Casinos auswählen, die über eine der folgenden Lizenzen verfügen:

  • mga
  • Gambling Commission

Versteuerung von Lottogewinn

Wie werden die Lottogewinne in einem Casino versteuert? Die Spieler haben in den Casinos häufig die Wahl, auch Lottogewinne zu erzielen. Nicht immer geht es dabei um monetäre Gewinne, häufig winken auch Sachpreise. Die Versteuerung muss nur durchgeführt werden, wenn die Spieler als Profi agieren. Alle anderen Preisgelder bzw. Preise sind steuerfrei, unterliegen nicht der Umsatzsteuerpflicht.

Wie werden Gewinne versteuert?

Haben die Spieler bei Automaten, Blackjack, Baccarat und Co. Gewinne erzielt, müssen diese nur versteuert werden, wenn die Spieler als Profis agieren. Dann unterliegen sie der Einkommenssteuerpflicht. Der Steuersatz ist individuell abhängig vom Einkommen der Spieler. Hobby-Spieler hingegen unterliegen § 4 Nr. 9b UstG und müssen deshalb Gewinne nicht versteuern.

Glück vs. Geschicklichkeit

Wie die Besteuerung der Gewinne erfolgt, hängt maßgeblich von den Spielen ab. Es gibt die Abgrenzung zwischen Glücks- und Geschicklichkeitsspielen. Zu den Glücksspielen gehören:

  • Roulette
  • Poker
  • Blackjack
  • Slots

Als Geschicklichkeitsspiel gilt beispielsweise Schach. Gewinnen die Spieler bei einem Schachturnier, müssen sie die Einkünfte nach § 22 Nr. 3. EstG versteuern. Die Unterscheidung ist deshalb wichtig, da die Geschicklichkeitsspiele nicht mit Glück begründbar, sondern durch eigene Fähigkeiten und Talent zum Erfolg/Misserfolg werden.

Beispiel für Versteuerung Profi-Spielern

Die Höhe der Steuern richtet sich vor allem nach dem Casinogewinn. Wer beispielsweise 10.000 Euro gewinnt, der zahlt 123 Euro Einkommensteuer. Ab 20.000 Euro wären es 2.414 Euro und auch der Solidaritätszuschlag kommt dazu. Die aktuelle Steuersituation wird aber Jahr für Jahr angepasst, sodass der Freibetrag natürlich variiert. 2020 liegt der Grundfreibetrag für Singles in Deutschland bei 9.408 Euro. Gewinnen die Spieler im Casino Gewinne unterhalb dieser Grenze, müssen sie gar keine Einkommensteuer zahlen.

Verluste anrechnen lassen, um Steuerlast zu minimieren

Profi-Spieler gelten als gewerbetätige, sodass sie auch Verluste steuerlich anrechnen lassen können. Dadurch sinkt natürlich die vermeintliche Steuerlast bei den Gewinnen. Deshalb ist es empfehlenswert, dass die Spieler sämtliche Aufzeichnungen über Gewinne und Verluste äußerst genau führen, um später beim Fiskus die Steuerlast exakt ermitteln lassen zu können.

Wie werden Wetten versteuert?

Viele Casinos bieten mittlerweile nicht nur Karten- und Tischspiele sowie Slots, sondern auch Wetten. Sie unterliegen einem Sonderfall, denn es muss eine Wettsteuer in Höhe von 5,00 Prozent gezahlt werden. Die Steuer wird den Spielern allerdings unmittelbar in Rechnung gestellt. Gewinnen die Spieler dann bei ihren Wetten, wird darauf keine weitere Steuer erhoben. Es gibt aber einige Wettanbieter, welche damit werben, dass sie die Wettsteuer erlassen und für die Spieler übernehmen. Wer sich als Alternative zum Spielen werden im Casino tatsächlich für lukrative Welten interessiert, sollte einen Anbieter Vergleich vornehmen, um sich bestenfalls die fünfprozentige Steuer zu sparen.

Ausnahmen: So müssen Gewinne für private Spieler versteuert werden

Smarte private Spieler nutzen das Casino dazu, um im besten Fall lukrative Gewinne zu erzielen. Grundsätzlich muss keine Besteuerung darauf erfolgen. Wer allerdings die Gewinne nutzt, um sie andere Anlageprodukte zu investieren und damit Zinserträge generiert, wird steuerpflichtig. In diesem Fall unterliegen die Spieler der Abgeltungssteuer und müssen auf die Zinsen Steuern entrichten. Das Finanzamt ist in solchen Fällen äußerst genau, sodass ich ein Nachweis der genutzten Gewinne und der erzielten Zinsen bis auf den kleinsten Cent lohnt, um am Ende nicht zu viel an den Fiskus bezahlen zu müssen.

Wie werden Gewinne in anderen Ländern versteuert?

Während in Deutschland zwischen beruflichen und Hobby-Spieler unterschieden wird, gibt es in Österreich eine einheitliche Regelung: Sämtliche Gewinne in den Online Casinos sind steuerfrei. Deshalb zieht es vor allem die Profi-Spieler in das Nachbarland, um dort von der Steuerfreiheit bei den Gewinnauszahlungen zu profitieren.

In der Schweiz gibt es keine einheitliche Besteuerung, denn jeder Kanton legt die Besteuerungsgrundlagen individuell fest. Die Freigrenze liegt jedoch bei einheitlich 1.000 SFR. Wer unterhalb dieses Freibetrages bleibt, muss in der Schweiz keine Steuern zahlen. Sind die Gewinne jedoch über diese Grenze, erfolgt die Besteuerung nach dem Einkommensteuerregelsatz, denn dann zählen die Spieler als Profis.

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