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Gewinne: Nicht alle sind steuerfrei

Bei einem Gewinn im Glücksspiel ist die Freude groß. Besonders, wenn ein größerer Betrag auf dem Kontoauszug erscheint. Doch spätestens bei Abgabe der nächsten Steuererklärung folgt die Ernüchterung und im Raum steht die Frage: Muss der Gewinn versteuert werden? Gewinne aus Glücksspielen müssen dem Fiskus nur mitgeteilt werden, wenn daraus Kapitalerträge entstehen oder wenn es sich um eine Haupteinkommensquelle handelt. Es gibt jedoch einige Fallstricke zu beachten.

Was fällt unter diesen Begriff

Nach einer genauen Definition sucht man im StGB vergebens. Wer den Staatsvertrag zum Glücksspielwesen studiert, erfährt, dass es sich immer dann um Glücksspiel handelt, wenn der Zufall seine Finger im Spiel hat und die Spielentscheidung maßgeblich beeinflusst. Damit zählen auch Sportwetten zum Glücksspiel. Die Gesetzeslage wurde in der Vergangenheit häufig angefochten. Zum Erfolg haben die Klagen nicht geführt. Wenn der Zufall überwiegt, sprechen wir von Glücksspiel. Dabei ist irrelevant, inwieweit der Spieler selbst die Spielentscheidung strategisch beeinflusst, wie etwa bei Poker oder Roulette möglich.

 

Wann müssen Gewinne versteuert werden?

Gewinne aus Glücksspielen sind nicht automatisch steuerfrei. Gleichzeitig sind sie auch nicht ausnahmslos steuerpflichtig. Der Zocker wird damit in eine rechtliche Grauzone katapultiert. Gewinne aus Spielen sind kein reguläres und wiederkehrendes Einkommen und damit müssen sie auf der Steuererklärung auch nicht aufgeführt werden. Ausnahmen bestätigen die Regel. Wer das Glücksspiel professionell betreibt, wie etwa Berufspoker-Spieler erzielt damit Einkommen und ist damit steuerpflichtig.

Gewinne müssen ebenfalls versteuert werden, wenn der Geldsegen kein Zufall ist, sondern durch die eigene Leistung erbracht worden ist. Dies betrifft die Teilnahme an Quizsendungen oder anderen TV-Formaten, die mit einem Preisgeld locken. Quiz-Millionäre werden heftig zur Kasse gebeten, da der Gewinn maßgeblich durch das eigene Wissen und Können zustande gekommen ist.

Lottospieler haben gut lachen, Lotterie-Gewinne gelten als steuerfrei. Ausnahmen gibt es allerdings auch in diesem Fall. Wer Hartz IV bezieht und beim Lotto gewinnt, muss das Jobcenter über den Gewinn informieren. Das Geld wird auf das Einkommen angerechnet und die Leistungen werden entsprechend angepasst, bzw. komplett gestrichen, wenn es sich um hohe Geldsummen handelt und der Lebensunterhalt davon bestritten werden kann.

Gewinne aus Glücksspielen müssen also in der Regel nicht versteuert werden. Ganz gleich, welche Summe eingestrichen wird. Einnahmen aus Glücksspielen lassen sich laut Bundessteuerberaterkammer keiner steuerpflichtigen Einkommensart unterordnen. Dies betrifft die Gewinne aus staatlichen Lotterien ebenso wie Einnahmen, die aus Renn- und Sportwetten erzielt wurden. Auch die Mehrländerlotterie Eurojackpot ist für deutsche Spielteilnehmer steuerfrei.

 

Zinsen sind steuerpflichtig

Zinsen unterliegen der Steuerpflicht, unabhängig von der Art des Gewinns. Wird das Geld auf das Bankkonto überwiesen und wirft Zinsen ab, greift die Abgeltungssteuer. Diese beträgt derzeit 25 Prozent. Die Einnahmen sind beim Finanzamt zu melden und müssen versteuert werden. Im ersten Jahr bleibt der Gewinner von der Steuer befreit.

 

Müssen bestimmte Gewinne versteuert werden?

Wie bereits erwähnt, muss niemand Casino Gewinne versteuern, wenn diese auf Zufall oder Glück beruhen. Dies betrifft laut UstG, § 4 Nr. 9b auch Gewinne von EU-weit veranstalteten Glücksspielen. Im Einzelnen trifft dies auf Gewinne in Spielhallen, Spielbanken, Lotterien und Online Casinos zu. Voraussetzung ist eine gültige EU Lizenz. Es spielt dabei keine Rolle, um welche Gewinnsumme es sich handelt.

In die Pflicht genommen sind dagegen die Veranstalter. Laut Rennwett- und Lotteriegesetz müssen diese Umsatzsteuer oder spezielle Glücksspielsteuern zahlen. Dies ist in den EU-Mitgliedsstaaten unterschiedlich geregelt.

 

Welche Voraussetzungen gelten für steuerfreie Gewinne?

Zusammengefasst ergeben sich folgende Voraussetzungen.

 

Der Gewinn muss in einem Mitgliedsstaat der EU erzielt worden sein

Gewinne müssen nicht versteuert werden, wenn der Gewinn bei einem Veranstalter innerhalb der Europäischen Union erzielt wurde. Dieser benötigt eine gültige Glücksspiellizenz und muss seine Umsätze, je nach individueller Rechtslage ordnungsgemäß steuerlich geltend machen.

Wer in einer Spielbank außerhalb der EU den Jackpot knackt, muss seine Gewinne beim Zoll anmelden. Dies gilt bei der Einreise aus den USA, wenn der Gewinn 10.000 Euro übersteigt. Steuern werden keine erhoben. Der Gewinn aus Online Glücksspielen bei Anbietern ohne EU-Lizenz kann beschlagnahmt werden. In diesem Fall handelt es sich um illegales Glücksspiel.

 

Der Spieler darf keine beruflichen Einnahmen erzielen

Gewinne sind steuerfrei, wenn es sich um einmalige Einnahmen handelt. Wer regelmäßig Einnahmen aus dem Glücksspielbetriebe erzielt, läuft Gefahr, als Berufsspieler eingestuft zu werden. Die Gewinne gelten dann als Einkommensquelle und sind damit steuerpflichtig. Die Einstufung als Profi-Spieler erfolgt meist erst nachwirkend. Daraus resultierend können hohe Summen auf alle bereits erzielten Gewinne veranschlagt werden.

Offiziell sind private Pokerturniere verboten. Ebenso ist Preis-Skat im schummrigen Hinterzimmer der Kneipe nicht erlaubt. Auch der Betrieb von Online-Casinos in Deutschland ist eine Grauzone. Die Betreiber der Casinos haben ihren Sitz häufig im Ausland und können daher strafrechtlich nicht verfolgt werden.

Wer einen Gewinn bei einem Anbieter ohne gültige Glücksspiel-Lizenz einstreicht, muss damit rechnen, dass die Einnahmen beschlagnahmt werden. Weiterhin wird ein Bußgeld fällig.

 

Gewinne werden zu „sonstigen Einkünften“

Seit dem Jahre 2012 dürfen Gewinne aus Reality- und Castingshows nicht mehr einfach eingestrichen werden. Wer an TV-Shows teilnimmt, erzielt stattdessen „sonstige Einkünfte“, die versteuert werden müssen. Das Preisgeld wird gesetzlich als Gegenleistung für die durch den Kandidaten erbrachte Leistung verstanden.

 

Welche Sonderfälle gibt es?

Steht der erzielte Gewinn in direktem Zusammenhang mit der erbrachten Leistung, wird das Preisgeld steuerpflichtig. Dies betrifft insbesondere Preisgelder für Kunst- und Kulturschaffende oder Sportler.

Es besteht Steuerpflicht für Gewinne, wenn:

  • Aus den Gewinnen Einkommen erzielt wird.
  • Der Gewinn kein Zufall ist, sondern durch eigene Leistung erbracht wurde.
  • Die Gewinne angelegt werden, dann besteht für die Zinsen Steuerpflicht.

 

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