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Nachgelagerte Besteuerung: Das müssen Rentner wissen

Wer denkt, dass der eigene Rentenanspruch steuerfrei ausgezahlt wird, der irrt. Auch für Rentner spielt das Thema Steuern noch eine Rolle. Im Vorteil ist, wer die Regeln kennt und gegebenenfalls noch Ausgaben hat, die die eigene Steuerlast mindern können. Wenn Pensionäre jährliche Bezüge unterhalb des Grundfreibetrags erhalten, müssen sie in der Regel keine Steuererklärung abgeben.

Wann müssen Rentner eine Steuererklärung abgeben?

Ändert sich das aber, zum Beispiel durch eine Rentenerhöhung, oder kommen noch andere Einnahmen abseits der Zahlungen aus der gesetzlichen Altersvorsorge hinzu, wird eine Steuererklärung fällig. Das gilt zum Beispiel für Einnahmen aus Vermietungen oder wenn Rentner auch im Ruhestand noch entgeltlich arbeiten.

Selbst wenn Pensionäre sich zum Beispiel dem professionellen Glücksspiel hingeben und regelmäßig Gewinne erzielen, müssen sie diese versteuern, wenn sie als Auszahlung auf dem Konto landen. Ob Paypal in Casinos noch akzeptiert wird oder nicht, spielt dabei eine untergeordnete Rolle – Gewinne sind schließlich Gewinne. Auf Hobby-Glücksspieler trifft das nicht zu – sie können auch in der Rente noch steuerfrei zocken. Steuerfrei sind ebenfalls Minijobs. Somit können 450 Euro pro Monat hinzuverdient werden, ohne dass die monatliche Rentenzahlung gekürzt wird.

Wie funktioniert die nachgelagerte Besteuerung?

Grundsätzlich erfolgt die Auszahlung der gesetzlichen Rentenbezüge nachgelagert. Was das für die Höhe der eigenen Rente bedeutet, lässt sich dabei ganz einfach selbst berechnen.

Nachgelagerte Besteuerung heißt, dass Alterseinkünfte erst dann steuerpflichtig werden, wenn sie ausgezahlt werden. So können zum Beispiel Beiträge zur Riester-Rente während der Erwerbstätigkeit als jährliche Sonderausgabe in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Werden die Leistungen dann im Alter ausbezahlt, müssen diese mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Dieser Steuersatz hängt vom zu versteuernden Jahreseinkommen ab.

Auch für Zahlungen aus der gesetzlichen Rente gilt die nachgelagerte Besteuerung. Sie sieht vor, dass es je nach Jahr des Renteneintritts einen individuellen Freibetrag gibt, der ein Leben lang gleich bleibt. Dieser muss nicht versteuert werden. Der andere Teil ist der zu versteuernde Rentenanteil, der höher wird, je später jemand in Pension geht.

So staffelt sich die nachgelagerte Versteuerung der Renten seit dem Jahr 2005

Bei einem Renteneintritt im Jahr 2005 lag der zu versteuernde Anteil der Altersbezüge bei 50 Prozent und stieg mit jedem Jahr um zwei Prozentpunkte an. Ab 2020 steigt der zu versteuernde Teil nur noch um einen Prozentpunkt, bis im Jahr 2040 dann 100 Prozent der Rente versteuert werden müssen. Eine beispielhafte Tabelle verdeutlicht, wie sich die Auszahlungen der Bezüge berechnen:

 

Beispiel: Wer also eine gesetzliche jährliche Rente von 20.000 Euro hat und im Jahr 2015 in Rente gegangen ist, musste 70 Prozent von 20.000 Euro versteuern. Steuerfrei waren also 6.000 Euro. Zu versteuern gab es 14.000 Euro abzüglich des Freibetrages.

Auch wenn die Zahlungen durch gesetzlich verabschiedete Rentenerhöhungen steigen, bleibt der Prozentsatz des steuerfreien Rentenanteils immer gleich. Werden die Renten also zum Beispiel um 5 Prozent erhöht, werden aus 20.000 Euro pro Jahr 21.000 Euro. Steuerpflichtig sind dann 14.700 Euro und steuerfrei gibt es 6.300 Euro.

Wie viel der Fiskus von dem zu versteuernden Anteil dann letztlich kassiert, hängt vom individuellen Steuersatz ab. Dieser ergibt sich je nachdem, welche zusätzlichen Einkünfte und Ausgaben jemand zur gesetzlichen Rente noch hat. Der Steuersatz erhöht sich progressiv abhängig vom Einkommen. Je mehr Geld jemand bezieht, desto mehr Steuern muss er auch bezahlen.

 

 

So berechnet sich die eigene Rentenlücke

Wer erst in einigen Jahren in Rente geht, sollte seine persönliche Rentenlücke kennen. Sie ergibt sich aus der Differenz zwischen dem bisherigen Einkommen aus der Erwerbstätigkeit und den Auszahlungen, mit denen im Rentenalter zu rechnen ist. Das sind alle Einkünfte aus der gesetzlichen Rente, aus der betrieblichen Altersvorsorge sowie aus der weiteren privaten Vorsorge. Wer zum Beispiel in der Erwerbstätigkeit 3.000 Euro im Monat verdient und in der Rente nur noch 2.200 Euro zur Verfügung hat, hat eine Rentenlücke von 800 Euro.

Für viele Menschen ergibt sich aufgrund der immer niedriger werdenden Freibeträge eine deutliche Rentenlücke. Umso wichtiger ist es, die gesetzliche Altersvorsorge um private Maßnahmen zu erweitern. Das können zum Beispiel Aktien, eine private Rentenversicherung oder der Erwerb von Immobilien sein, die dann im Alter Mieteinnahmen generieren.

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