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Erbschaftsteuer: Steuerberatungskosten als Nachlassverbindlichkeiten absetzbar?

Im Zusammenhang mit einer Erbschaft muss der Erbe nicht nur eigene Steuerpflichten erledigen, sondern meistens auch noch offene Steuerangelegenheiten des Erblassers abwickeln. Und dafür entstehen ihm Steuerberatungskosten. Die Frage ist, ob Steuerberatungskosten als Nachlassverbindlichkeiten vom steuerpflichtigen Erwerb abgezogen werden können.

Aktuell äußert sich die Finanzverwaltung, wie sie Steuerberatungskosten im Zusammenhang mit einer Erbschaft steuerlich behandeln will. Demnach können Steuerberatungskosten für Steuererklärungen des Erblassers nur dann als Nachlassverbindlichkeiten in der Erbschaftsteuererklärung geltend gemacht werden, wenn es sich um Erblasserschulden handelt. Hier kommt es darauf an, wer den Steuerberater beauftragt hat (koordinierter Ländererlass vom 11.12.2015, BStBl. 2015 I S. 1028):

  • Hat der Verstorbene bereits zu Lebzeiten einen Steuerberater mit der Erstellung seiner Einkommensteuererklärungen beauftragt, so sind die Steuerberatungskosten als Erblasserschulden nach § 10 Abs. 5 Nr. 1 ErbStG abzugsfähig. Dies gilt selbst bei einer über den Tod hinausgehenden Beauftragung, da der Steuerberater in diesem Falle ein Dauermandat innehatte. Voraussetzung ist, dass die Erben dieses Mandatsverhältnis nicht gekündigt haben.
  • Wird der Steuerberater jedoch erst nach dem Tod des Erblassers von dessen Erben beauftragt, so liegen keine Erblasserschulden und damit keine abzugsfähigen Verbindlichkeiten vor. Denn in diesem Fall werden die Kosten vom Erben und nicht vom Verstorbenen verursacht. Dies gilt auch, wenn der Erbe erkennt, dass die vom Erblasser abgegebenen Steuererklärungen unvollständig oder unrichtig sind. Denn er hat als Gesamtrechtsnachfolger die Verpflichtung, eine Berichtigung herbeizuführen.

I N F O

Lohnsteuer kompakt: Steuerberatungskosten stellen keine Nachlassregelungskosten, wie Kosten für Bestattung, Grabmal und Grabpflege, dar und sind auch keine Kosten zur Erlangung des Erwerbs. Für solche Kosten wird insgesamt ein Betrag von 10.300 Euro ohne Nachweis abgezogen (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG).

 

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