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Abgabefristen für die Steuererklärung

Abgabefristen für die Steuererklärung

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Steuererklärung: Abgabetermin verpasst, was tun?

Im Juni herrscht in den Finanzämtern Hochbetrieb: Nach dem Verstreichen der Abgabefristen müssen die Sachbearbeiter die Steuererklärungen für 2016 bearbeitet werden, die zum Stichtag 31. Mai eingegangen sind. Ihre ist noch nicht dabei? Sie haben die Abgabefrist verpasst?

Dann sollten Sie langsam in die Puschen kommen! Insbesondere dann, wenn Sie zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind.

Als Arbeitnehmer sind Sie zur Abgabe verpflichtet, wenn Sie im letzten Jahr:

  • gleichzeitig bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt waren.
  • unversteuerte Einkünfte über 410 Euro hatten, etwa Honorare, Renten oder Mieten.
  • einen Freibetrag auf ihrer Lohnsteuerkarte eingetragen hatten.
  • mit Ihrem berufstätigen Ehepartner zusammenveranlagt waren und einer von Ihnen nach Steuerklasse V oder VI besteuert wurde oder wenn Sie beide mit der Steuerklassenkombination IV/IV das Faktorverfahren gewählt haben.
  • Lohnersatzleistungen bezogen haben, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, zum Beispiel Elterngeld, Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld.

Selbstständige, Vermieter und Rentner müssen übrigens immer dann eine Steuererklärung machen, wenn ihr Einkommen den Grundfreibetrag von 8.652 Euro (2016 für Ledige, 2015: 8.472 Euro) bzw. 17.304Euro (2016 für Verheiratete, 2015: 16.944 Euro) übersteigt.

Steuerberater sorgt für Fristverlängerung

Wenn Sie einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragt haben, sind Sie fein raus. Dann verlängern sich die Abgabefristen automatisch auf den 31. Dezember, sofern das Finanzamt nicht ausdrücklich eine frühere Abgabe verlangt. Der Grund für den späteren Termin ist simpel: Den Steuerexperten ist es nicht zuzumuten, die ganze Arbeit in den ersten fünf Monaten des Jahres zu erledigen.

Machen Sie die Steuererklärung für 2016 hingegen selbst, müssen Sie diese bis spätestens 31. Mai 2017 beim zuständigen Finanzamt eingereicht haben. Dieser Termin gilt auch, wenn Sie sich von Familienmitgliedern helfen lassen oder ein Steuerprogramm nutzen. Da in diesem Jahr der letzte Tag für die Abgabe auf einen Mittwoch und somit auf einen Wochentag fällt, gibt es auch keine Gnadenfrist wie in anderen Jahrenr: 2014 hatten Steuerzahler bspw. bis zum 1. Juni Zeit, ihre Unterlagen einzureichen. Der 31. Mai war damals auf einen Sonntag gefallen.

Haben Sie die Abgabefrist (31.05.2017) versäumt, dürfte das noch kein größeres Problem sein. In den ersten Tagen und Wochen haben die Finanzbeamten ohnehin alle Hände voll zu tun, um die bereits eingelaufenen Erklärungen zu bearbeiten. Die Abgabefristen der säumigen Steuerzahler werden daher meist kulanterweise nicht geprüft. Wenn Sie Ihre Formulare jetzt schnell nachreichen, werden Sie wohl keine Probleme bekommen.

Fristverlängerung beantragen

Können Sie jedoch absehen, dass Ihre Steuererklärung auch in den nächsten Wochen nicht fertig wird, bemühen Sie sich besser heute als morgen um eine Fristverlängerung. Diesen Antrag sollte man eigentlich schon vor dem 31. Mai einreichen und man hat auch keinen Anspruch darauf, dass das Finanzamt ihm statt gibt.

Beantragen Sie am besten eine stillschweigende Fristverlängerung, wenn Sie dann nichts mehr hören, ist Ihr Antrag genehmigt. Wichtig ist, dass Sie Gründe für Ihr Anliegen nennen. Dazu zählen beispielsweise ein Umzug, eine Dienstreise, Krankheiten oder fehlende Unterlagen. Akzeptiert das Finanzamt die Verlängerung, haben Sie in der Regel höchstens bis zum 30. September Zeit, womöglich aber auch nur kürzer.

Nutzen Sie einfach unseren Musterbrief für den „Antrag auf Fristverlängerung“!

Irgendwann kommt die Mahnung

Lassen Sie nichts von sich hören, wird Ihnen das Finanzamt früher oder später eine Mahnung schicken und Ihnen eine Frist setzen. Diesen Termin sollten Sie ernst nehmen, sonst kann ein Zwangsentgelt festgesetzt werden, außerdem droht ein happiger Versäumniszuschlag. Besser also, Sie melden sich rechtzeitig.

Wer freiwillig abgibt, hat länger Zeit

Wenn Sie zu denjenigen gehören, die nicht zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind, muss Sie das alles gar nicht interessieren und Sie müssen die Abgabefristen nicht beachten. Der Fiskus erwartet kein Geld von Ihnen, sondern muss wahrscheinlich welches zurückzahlen. Gerade deshalb tun Sie aber gut daran, die Einkommensteuererklärung nicht auf die lange Bank zu schieben. Von Rechts wegen hätten Sie lange genug Zeit: Bei freiwilliger Veranlagung bleiben grundsätzlich vier Jahre, in denen die Steuererklärung abgegeben werden kann (nicht muss).

Ihre Steuererklärung für 2016 müsste also bis zum 31. Dezember 2020 beim Fiskus eingehen – keinen Tag später, sonst ist die ganze Arbeit für die Katz. Ende 2016 läuft die Frist für die Steuererklärung für 2012 endgültig aus. Besser ist es jedoch, man reizt den Spielraum nicht aus, sondern kümmert sich frühzeitig. Erfahrungsgemäß ist es leichter, die nötigen Unterlagen im Folgejahr zusammenzustellen, als drei Jahre später. Außerdem geht es ums Geld – wer will schon vier Jahre lang auf die Rückzahlung warten?

Abgabefristen für die Steuererklärung

Wenn Sie Ihre Steuererklärung… … freiwillig abgeben: …abgeben müssen
(mit Steuerberater)
Für das Steuerjahr 2012 31.12.2016 31.05.2013
(31.12.2012)
Für das Steuerjahr 2013 31.12.2017 02.06.2014
(31.12.2014)
Für das Steuerjahr 2014 31.12.2018 01.06.2015
(31.12.2015)
Für das Steuerjahr 2015 31.12.2019 31.05.2016
(31.12.2016)
Für das Steuerjahr 2016 31.12.2020 31.05.2017
(31.12.2017)
Für das Steuerjahr 2017 31.12.2021 31.05.2018
(31.12.2018)
Für das Steuerjahr 2018 31.12.2022 31.07.2019
(31.12.2019)

 

Dickes Kreuzchen beim 31. Mai 2017!

Steuerzahler sollten sich Mittwoch, den 31. Mai 2017 im Kalenderjahr dick ankreuzen. Bis zu diesem Datum müssen sie die Steuererklärungen für das Jahr 2016 beim Finanzamt abgeben.

Zwar hat der Gesetzgeber im vergangenen Jahr die Abgabefristen mit dem Steuermodernisierungsgesetz um zwei Monate verlängert, die Regelung gilt aber noch nicht für dieses Jahr! Darauf weist das Bundesfinanzministerium (BMF-Schreiben vom 2. Januar 2017) hin.

Erst für die Steuererklärung 2018, die im Jahr 2019 abgegeben wird, gibt es zwei Monate länger Zeit.

 

21 Kommentare

  1. Pingback: Die besten Steuertipps 2015 für Arbeitnehmer - Lohnsteuer kompaktLohnsteuer kompakt

  2. Kann ich als Arbeitnehmer Beiträge für die Gewerkschaft steuerlich absetzen ?

    • Ja das geht und nennt sich Beiträge zu Berufsverbänden! Findet man unter „Werbungskosten“ in der Anlage N!

      LG
      Marhalt

  3. KANN ICH DIE KOTOFÜHRUNGSKOSTEN ABSETZEN

    • Thilo Rudolph

      Hallo Ashfag,

      das Finanzamt erkennt ohne Nachweise einen Pauschbetrag von 16 Euro pro Jahr für beruflich veranlasste Überweisungen als Werbungskosten an. Beträge, die darüber hinausgehen, sind als Werbungskosten nur mit dem Teil abzugsfähig, der auf die Buchung von Gehaltsgutschriften entfällt.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

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  6. Hallo,

    ich gebe zum erstenmal meine Steuererklärung ab. Ich möchte zunächst meine Steuererklärung für 2015 abgeben und dann gerne Rückwirkend noch die anderen Jahre also bis 2012. Ist das so möglich? oder muss ich erst die für 2012 abgeben und dann, wenn ich den Bescheid habe erst die nachfolgenden Jahre einreichen?

    Desweiteren bin ich in der zwischenzeit umgezogen. Muss ich dann die Steuererklärung an das vorherige Finanzamt senden oder an das jetzt zuständige Finanzamt von mir?

    • Hallo Anika,

      die Zuständigkeit des Finanzamts richtet sich nach dem Wohnort. Entscheidend ist der Wohnort zum Zeitpunkt der Abgabe der Steuererklärung, d.h. wenn Sie während des Jahres umziehen, ist das Finanzamt des neuen Wohnsitzes zuständig.

      Zwar vereinfacht die Abgabe der Einkommensteuererklärungen in chronologischer Reihenfolge die Bearbeitung, es ist jedoch nicht vorgeschrieben. Du kannst also die Erklärung für 2015 abgeben.

      Allerdings ist auch die Erstellung der Steuererklärung deutlich einfacher, wenn Du mit 2012 beginnst und dann die Datenübernahme von Lohnsteuer kompakt nutzt. Dann geht die Erstellung der Steuererklärung für 2013 und nachfolgende Jahre wirklich sehr schnell.

      Auch solltest Du bedenken, dass die Abgabefrist für die Steuererklärung für 2012 am 31.12.2016 endet.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

  7. Guten Tag,
    wir haben unsere Steuerklärung für das Jahr 2011 erst im August 2016 gestellt und somit wahrscheinlich die notwendige Abgabefrist (31.12.2015) verpasst. Mit Schreiben vom 30.09.2016 hat das zuständige Finanzamt uns mitgeteilt, dass eine Veranlagung zur Einkommens- und auch Kirchensteuer sowie zum Solidaritätszuschlag abelehnt wird, „weil das Einkommen ganz oder teilweise aus Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit besteht, die Voraussetzungen des § 46 Abs. 2 Nr. 1 bis 7 EStG nicht gegeben sind“ und so die Begründung weiter … “ bei unbeschränkter oder beschränkter Steuerpflicht … der Antrag auf Veranlagung nach § 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG nicht fristgerecht gestellt wurde.“

    Können wir hier noch etwas tun? Danke für Ihre Antwort

    • Sehr geehrter Herr Schmekel,

      bitte haben Sie Verständnis, dass wir insbesondere auch aus rechtlichen Gründen keine individuelle Steuerberatung – das darf nur ein Steuerberater oder Rechtsanwalt – durchführen dürfen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

  8. hallo,

    zuerst einmal vielen Dank für die ausführlichen Informationen.

    Ich möchte gerne wissen, ob die Feststellung von Verlustvorträgen bis zu 7 Jahre aktuell noch gültig ist. Ich habe nämlich bis jetzt nur eine Steuererklärung für das Jahr 2015 gemacht. Habe aber v. 2009-2013 (BAchelor) & v. 2013-2015 (Master) absolviert. Frage: Kann ich jetzt noch für die Jahre 2009 bis 2012 die Steuererklärung abgeben?

    Vielen Dank im Voraus für die Rückmeldung.

    • Hallo Krohn,

      das Gesetz zur „Mo­der­ni­sie­rung des Be­steue­rungs­ver­fah­ren“ wird grundsätzlich am 1. Januar 2017 in Kraft treten.

      Mit Ablauf des Jahres 2016 verjährt eigentlich die Einkommensteuer 2012. Da der 31.12. in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, kann die Erklärung zur Einkommensteuer 2012 sogar bis zum 2.1.2017 beim Finanzamt eingereicht werden.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

      • Hallo,
        mein Sohn hat seine Steuererklärung von 2012 am 2.1.2017 im Finanzamt abgegeben aber die Durchführung wurde abgelehnt, weil die Anlaufhemmung wegen eines bestimmten Paragraphen, fehlende Erklärungspflicht, nicht anwendbar ist. Gibt es da Ausnahmen?

      • Thilo Rudolph

        Hallo Franz,

        Sie haben grundsätzlich bis zu vier Jahre Zeit, um eine Steuererklärung einzureichen.

        Für das Steuerjahr 2012 war der letzte Tag für die Abgabe der Steuererklärung der 31.12.2016. Weil der 31.12.2016 ein Samstag war, hat sich der Abgabetermin auf den 2. Januar 2017 verschoben.

        Damit haben Sie im Vergleich zu anderen Jahren sogar noch zwei Tage länger Zeit, die notwendigen Formulare auszufüllen. Denn, fällt das Jahresende – wie am 31.12.2016 – auf einen Samstag, Sonntag oder gesetzlichen Feiertag, endet die Festsetzungsfrist für Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis erst mit Ablauf des nächstfolgenden Werktags, so der Bundesfinanzhof.

        Das Gericht stellt damit klar, dass die konkrete Fristenregelung gemäß Abgabenordnung für alle Arten von Fristen gilt, also auch für die 4-Jahres-Frist zur freiwilligen Abgabe der Steuererklärung.

        Quelle: Deutscher Steuerberaterverband e.V.

        Mit freundlichen Grüßen

        Thilo Rudolph
        Lohnsteuer kompakt

      • Hallo Herr Rudolph,

        zu Ihrer Antwort an Krohn am 16.12.2016.

        Mein Sohn hat seine Steuererklärung von 2012 am 2.1.2017 im Finanzamt abgegeben aber die Durchführung wurde abgelehnt, weil die Anlaufhemmung wegen eines bestimmten Paragraphen, fehlende Erklärungspflicht, nicht anwendbar ist. Gibt es da Ausnahmen?

        Danke im Voraus für eine Info

        Freundliche Grüße

      • Thilo Rudolph

        Hallo Franz,

        Sie haben grundsätzlich bis zu vier Jahre Zeit, um eine Steuererklärung einzureichen.

        Für das Steuerjahr 2012 war der letzte Tag für die Abgabe der Steuererklärung der 31.12.2016. Weil der 31.12.2016 ein Samstag war, hat sich der Abgabetermin auf den 2. Januar 2017 verschoben.

        Damit haben Sie im Vergleich zu anderen Jahren sogar noch zwei Tage länger Zeit, die notwendigen Formulare auszufüllen. Denn, fällt das Jahresende – wie am 31.12.2016 – auf einen Samstag, Sonntag oder gesetzlichen Feiertag, endet die Festsetzungsfrist für Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis erst mit Ablauf des nächstfolgenden Werktags, so der Bundesfinanzhof.

        Das Gericht stellt damit klar, dass die konkrete Fristenregelung gemäß Abgabenordnung für alle Arten von Fristen gilt, also auch für die 4-Jahres-Frist zur freiwilligen Abgabe der Steuererklärung.

        Quelle: Deutscher Steuerberaterverband e.V.

        Mit freundlichen Grüßen

        Thilo Rudolph
        Lohnsteuer kompakt

  9. Wolfgang Grande

    Die Steuererklärung wurde 29.12.2016 für 2012 per Elster an das Finanzamt gesandt. Reicht die Frist, oder muss ich bis 31.12.16 beim Finanzamt direkt vorstellig sein?

    • Thilo Rudolph

      Hallo Herr Grande,

      es tut mir leid, dass ich Ihnen erst heute antworten kann.

      Leider reicht der Versand per ELSTER nur aus, wenn Sie mit einem eigens beantragten Zertifikat Ihre Steuererklärung abgegeben haben.

      Nutzen Sie dagegen die Abgabe per ELSTER ohne Zertifikat – wie z.B. von Lohnsteuer kompakt angeboten – ist es erforderlich, die ausgedruckte und unterschriebene Erklärung ans Finanzamt zu senden, um die Frist zu wahren. Nur so werden Ihre per ELSTER übertragenen Daten vom Finanzbeamten abgerufen und bearbeitet.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

  10. Schönen guten Tag,
    ich bin alg2 Bezieherin und habe ein Kleingewerbe angemeldet.
    Ich habe im Jahr 2015 knapp 1000 € Einnahmen gehabt ( kosten noch nicht von abgezogen).
    Hätte ich eine Einkommenserklärung machen müssen?
    Lieben Dank für die Hilfe

    • Hallo Carmen,

      normalerweiser gilt: Wer ein Kleingewerbe führt, muss jährlich eine Einkommensteuererklärung abgeben.

      Im Zweifelsfall sollte Sie bei Ihrem Finanzamt nachfragen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

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