Minijob: Erhöhung auf 520 Euro ab Oktober 2022

Minijob: Erhöhung auf 520 Euro ab Oktober 2022
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Eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) liegt vor, wenn der Arbeitslohn nicht höher ist als 450 Euro im Monat (§ 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV). Dieser Verdienst ist grundsätzlich steuer- und sozialversicherungsfrei; der Arbeitgeber entrichtet lediglich pauschale Abgaben. Dies gilt auch dann, wenn ein einziger Minijob neben einer versicherungspflichtigen Haupttätigkeit ausgeübt wird.

Beim aktuellen Mindestlohn von 9,82 Euro (1.1. – 30.6.2022) dürfen Minijobber maximal 45,8 Stunden im Monat arbeiten. Steigt der Arbeitslohn ab 1.10.2022 auf 12 Euro, wären es nur noch 37,5 Stunden. Deshalb wird die Verdienstobergrenze nun angepasst, sodass Minijobber mit dem neuen Mindestlohn immer zehn Stunden die Woche arbeiten können.

Aktuell steigt zum 1.10.2022 die Verdienstobergrenze für Minijobs von 450 Euro auf 520 Euro. Genauer gesagt gilt ab diesem Zeitpunkt die neue dynamische Geringfügigkeitsgrenze. Diese wird berechnet, indem der Mindestlohn mit 130 vervielfacht, durch drei geteilt und auf volle Euro aufgerundet wird (§ 8 SGB IV, „Gesetz zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung“).

  • Ab dem 1.10.2022 orientiert sich die „Geringfügigkeitsgrenze“ an einer Wochenarbeitszeit von 10 Stunden zum gesetzlichen Mindestlohn. Die Geringfügigkeitsgrenze wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Bundesanzeiger jeweils bekannt gegeben. Die Minijobgrenze ist damit eine dynamische Grenze, die bei einer Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns steigt.
  • Zum 1.10.2022 wird der gesetzliche Mindestlohn auf 12 Euro pro Zeitstunde angehoben. Damit ergeben sich 520 Euro (12 Euro x 130 / 3). Dieser Maßstab gilt auch bei künftigen Mindestlohnerhöhungen, die Minijobgrenze wächst also mit.
  • Überschreitet der durchschnittliche Monatsverdienst die Minijob-Grenze, liegt kein Minijob mehr vor. Für eine geringfügige Beschäftigung ist es jedoch unschädlich, wenn die Geringfügigkeitsgrenze nur „gelegentlich und unvorhersehbar“ überschritten wird. Ab dem 1.10.2022 werden die Möglichkeit und die Grenzen eines gelegentlichen und unvorhergesehenen Überschreitens der Geringfügigkeitsgrenze gesetzlich geregelt:
    • „Gelegentlich“ ist dann ein unvorhersehbares Überschreiten bis zu zwei Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres. Darüber hinaus darf die Überschreitung maximal 520 Euro monatlich betragen, sodass auf Jahressicht ein maximaler Verdienst bis zur Höhe des 14-fachen der Minijob-Grenze möglich sein wird.
    • Ein Minijobber darf also grundsätzlich 6.240 Euro über 12 Monate und in begründetem Ausnahmefall höchstens 7.280 Euro im Jahr verdienen.

23 Kommentare zu “Minijob: Erhöhung auf 520 Euro ab Oktober 2022”:

  1. Karl

    Alles gut und schön. Ich zahle als Arbeitgeber im Moment rund 156 € Abgaben an die Bundesknappschaft. Wieviel sind das bei 520 € ab Oktober?

    1. Thilo Rudolph Autor

      Hallo Karl,

      Bei den Abgaben wird unterschieden, ob es sich um eine kurzfristige Beschäftigung, einen Minijob-Arbeitsvertrag im gewerblichen Bereich oder eine geringfügige Beschäftigung im Privathaushalt handelt. Die genauen Werte können Sie auf den Seiten der Minijobzentrale ermitteln.

      Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle steuerliche Beratung durchführen dürfen. Wenden Sie sich bitte für eine verbindliche Auskunft an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt in Steuerfragen in Ihrer Nähe.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

  2. Sarah Lehmann

    Hallo,
    ich bin Studentin und habe derzeit einen 450€ Mini-Job, welcher ab Oktober auf 520€ angehoben. Nun möchte ich noch einen Werkstudentenjob zusätzlich annehmen und weiß leider absolut nicht, bis zu welcher Obergrenze ich dann arbeiten durfte, ohne Steuerliche Abgaben abgeben zu müssen.
    Bisher war die 20 Stunden Grenze auch sehr wichtig zu beachten.

    Wenn ich monatlich 520€ aus dem Mini-Job verdiene (mit 10 Stunden/Woche), wie viel dürfte ich dann bei einem Stundenlohn (12€) aus dem Werkstudentenvertrag noch zusätzlich verdienen, ohne große Abgaben zu haben?
    Freue mich sehr über eine Antwort, bin da momentan sehr verzweifelt, da ich nirgends eine Antwort finden kann.

    LG Sarah

    1. Thilo Rudolph Autor

      Hallo Sarah,

      wenn Sie als Werkstudent arbeiten, läuft die Beschäftigung in der Regel über die Lohnsteuerkarte und wird dann entsprechend der aktuell geltenden Lohnsteuerklasse (wahrscheinlich: Steuerklasse I für Ledige ohne Kinder) versteuert. Mit unserem Netto-Lohn-Rechner können Sie Ihr Nettoeinkommen nach Abzug aller Sozialabgaben und Steuern ermitteln.

      Beachten Sie, dass höhere Einkünfte eventuell Auswirkungen auf Bafög und/oder Krankenversicherung haben könnten.

      Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle steuerliche Beratung durchführen dürfen. Wenden Sie sich bitte für eine verbindliche Auskunft an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt in Steuerfragen in Ihrer Nähe.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

  3. Leo

    Hallo,
    zum 01.10.2022 wird die Minijob-Grenze auf 520,00 € angehoben. Ich habe in meinem Vertrag eine Klausel stehen, bei der die Anhebung auf 520,00 € monatlich bereits vereinbart wurde. Darf dann mein Arbeitgeber die 520,00 € bereits zum 01.10.2022 an mich auszahlen (also der Lohn für September) oder darf mein Arbeitgeber die 520,00 € erst zum 01.11.2022 (also der Lohn für den Oktober) an mich überweisen?

    Über eine kurze Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Lg Leo

    1. Thilo Rudolph Autor

      Hallo Leo,

      die Verdienstobergrenze für Minijobs steigt zum 1.10.2022 – nicht rückwirkend zum 1.9.2022 – von 450 Euro auf 520 Euro.

      Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle steuerliche Beratung durchführen dürfen. Wenden Sie sich bitte für eine verbindliche Auskunft an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt in Steuerfragen in Ihrer Nähe.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

  4. Lotta

    Hallo ich verdiene aktuell 450€ in meinem Minijob und meine Mutter bezieht Kindergeld, weshalb ich garnicht mehr verdienen darf. Wenn die Verdienstobergrenze jetzt auf 520€ ansteigt und ich so viel verdiene, bleibt mein Kindergeldanspruch weiterhin bestehen?

    1. Thilo Rudolph Autor

      Hallo Lotta,

      auch wenn einer (Schul-) Ausbildung eine geringfügige Beschäftigung („Minijob“) ausgeübt wird, besteht weiterhin Anspruch auf Kindergeld. Für den Kindergeldanspruch spielt die Erhöhung auf 520 Euro für Minijobs keine Rolle, sofern der Anspruch auf Kindergeld für Kinder über 18 Jahren grundsätzlich besteht.

      Im Zweifelsfall fragen Sie bei Ihrer zuständigen Familienkasse nach.

      Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle steuerliche Beratung durchführen dürfen. Wenden Sie sich bitte für eine verbindliche Auskunft an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt in Steuerfragen in Ihrer Nähe.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

  5. Anna

    Hallo

    Ich habe ab dem 1.10 zwei Minijobs, bei denen ich je 6 Stunden die Woche arbeite. Damit komme ich monatlich über die 520€ Grenze (ca. 576). Da einer der beiden Jobs jedoch zeitlich begrenzt ist und nur bis zum 31.03 ausgeübt wird, bin ich nur einige Monate über der Grenze und aufs Jahr gesehen unter dem Betrag. Muss ich trotzdem mit Abzügen rechnen oder geht es dabei um die jährliche und nicht monatliche Überschreitung?

    1. Thilo Rudolph Autor

      Hallo Anna,

      die Antwort finden Sie bei der Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See:

      Hat Ihr Minijobber keine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung, kann er mehrere 450-Euro-Minijobs nebeneinander ausführen, wenn er insgesamt nicht mehr als 450 Euro monatlich verdient. Überschreitet er die Verdienstgrenze insgesamt, sind alle Jobs versicherungspflichtig – und damit keine Minijobs.

      Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle steuerliche Beratung durchführen dürfen. Bei tiefergehenden Fragen wenden Sie sich daher bitte für eine verbindliche Auskunft an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt in Steuerfragen in Ihrer Nähe.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

  6. Jessi

    Hallo ich habe eine frage ich mache eine schulische Ausbildung und bekomme vollen Satz bafög und darf 450 euro dazuverdienen ohne Abzüge wenn es sich jetzt erhöht wird mir dann was vom bafög abgezogen ?

    1. Thilo Rudolph Autor

      Hallo Jessi,

      Bundesministerium für Bildung und Forschung, Stand: August 2022:

      Auszubildende (Schülerinnen, Schüler und Studierende) können einem 520 Euro-Minijob nachgehen, ohne dass monatliche Abzüge von der Förderung nach dem BAföG vorgenommen werden.

      Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle steuerliche Beratung durchführen dürfen. Bei tiefergehenden Fragen wenden Sie sich daher bitte für eine verbindliche Auskunft an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt in Steuerfragen in Ihrer Nähe.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

  7. Lutz König

    Hallo!
    Ich hätte ein Frage zum Ablauf in diesem Jahr.
    Heißt das in diesem Jahr 9 mal 450 € für das 1 – 3. Quartal und 3 mal 520 € für das
    4. Quartal?
    Also für 2022 die Gesamtsumme von
    5610 € .
    Danke für die Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen

    1. Thilo Rudolph Autor

      Hallo Lutz,

      ja, das haben Sie korrekt ausgerechnet.

      Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle steuerliche Beratung durchführen dürfen. Bei tiefergehenden Fragen wenden Sie sich daher bitte für eine verbindliche Auskunft an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt in Steuerfragen in Ihrer Nähe.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

  8. Dorothee Klie

    Was passiert wenn ich ab dem 1.10 vonMidi auf Minijob fallen,Steuerklasse 4,aber einen 450 Eurojob zusätzlich angenommen habe,wird das dann steuerlich zusammengefasst in Steuerklasse 4?

    1. Thilo Rudolph Autor

      Hallo Dorothee,

      wenn der Minijob weiterhin über Lohnsteuerkarte läuft, sollte sich für Sie nichts ändern.

      Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle steuerliche Beratung durchführen dürfen. Bei tiefergehenden Fragen wenden Sie sich daher bitte für eine verbindliche Auskunft an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt in Steuerfragen in Ihrer Nähe.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

  9. Uta Rudolph

    Bisher arbeite ich als Minijobber (450,00€) 40 Stunden pro Monat. Im neuen Arbeitsvertrag soll ich als geringfügig entlohnter Beschäftigter 40 Stunden für 480,00 € arbeiten. Ist das korrekt?

    1. Thilo Rudolph Autor

      Hallo Uta,

      der Mindestlohn steigt ab Oktober auf 12 Euro je Stunde, in Ihrem Fall also 40 Std. x 12 Euro = 480 Euro.

      Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle steuerliche Beratung durchführen dürfen. Bei tiefergehenden Fragen wenden Sie sich daher bitte für eine verbindliche Auskunft an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt in Steuerfragen in Ihrer Nähe.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

  10. Romy

    Hallo Ihr Lieben,
    muss ein geänderter Arbeitsvertrag erstellt werden da sich die gfB auf 520€ erhöht?
    Ich habe unterschiedliche Konstelationen.
    alt 43h mit 10,45€ = 450€
    ab Oktober wären auch 43h möglich mit 12€ = 520€
    oder
    bisher vereinbart 37,5h mit 12€ = 450€
    neu entweder 43h zu 12€ =520€ oder 13,85€ mit 37,5h =520€
    Vielleicht könnt ihr mir helfen :).

    LG Romy

    1. Thilo Rudolph Autor

      Hallo Romy,

      sollte der neue Mindestlohn zu einer Erhöhung der Vergütung führen, sollte dies idealerweise auch schriftlich über einen kurzen Änderungsvertrag festgehalten werden. Zwingend notwendig ist dies allerdings nicht.

      Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle steuerliche Beratung durchführen dürfen. Bei tiefergehenden Fragen wenden Sie sich daher bitte für eine verbindliche Auskunft an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt in Steuerfragen in Ihrer Nähe.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

  11. Pragash

    Hallo Zusammen,
    Wäre es möglich bei Ausnahmefällen sowie (Krankheitbedingt) Ausfällen ab Okt 2022 bis zu 1040€ im Monat zu verdienen ohne den Status als Minijobber zu verlieren?
    Grüße Pragash

    1. Thilo Rudolph Autor

      Hallo Pragash,

      ab dem 1.10.2022 werden die Möglichkeit und die Grenzen eines gelegentlichen und unvorhergesehenen Überschreitens der Geringfügigkeitsgrenze gesetzlich geregelt:

      • „Gelegentlich“ ist dann ein unvorhersehbares Überschreiten bis zu zwei Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres. Darüber hinaus darf die Überschreitung maximal 520 Euro monatlich betragen, sodass auf Jahressicht ein maximaler Verdienst bis zur Höhe des 14-fachen der Minijob-Grenze möglich sein wird.
      • Ein Minijobber darf also grundsätzlich 6.240 Euro über 12 Monate und in begründetem Ausnahmefall höchstens 7.280 Euro im Jahr verdienen.

       

      Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle steuerliche Beratung durchführen dürfen. Bei tiefergehenden Fragen wenden Sie sich daher bitte für eine verbindliche Auskunft an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt in Steuerfragen in Ihrer Nähe.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

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