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Wie werden Börsengewinne versteuert?

Nicht Wenige träumen davon, mit Börsengewinnen das Einkommen aufzubessern und so ein schönes Nebeneinkommen zu erwirtschaften. Manch einer hat auch den Plan, Trading zur Haupteinnahmequelle zu machen. Verlockend sind vor allem das große Geld und die Freiheit, am Strand oder auf der Couch zu sitzen und nebenher Geld mit Trading zu machen. Doch ganz so idyllisch ist es leider nicht, denn Börsengewinne müssen versteuert werden.

Wer mit Trading erfolgreich Geld verdienen möchte, braucht dazu die nötigen Fachkenntnisse, außerdem müssen in Deutschland dazugehörige Gesetze und Bestimmungen eingehalten werden. Gerade Anfänger tun sich hier schwer und stellen sich die Frage, wie Börsengewinne versteuert werden. Nicht umsonst gilt das deutsche Steuerrecht als besonders unverständlich und komplex. Entsprechende Erfahrungen kann man auch auf Deutschefxbroker.de nachlesen. Immer wieder tauchen bei Anlegern Fragen zu diesem Thema auf, die wir gern beantworten möchten.

 

Börsengewinne und Steuern

Vorweg kann man sagen, dass das sonst so komplizierte Steuerrecht in Deutschland im Bereich der Börsengewinne recht einfach ist. Am Jahresende behält der Staat bei der Steuererklärung 25 Prozent auf Börsengewinne ein. Dazu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls auch die Kirchensteuer. Natürlich müssen auch erstmal Gewinne erzielt werden. Mögliche Verluste werden beim Trading gegen die Gewinne aufgerechnet und am Jahresende bleibt der Nettogewinn übrig, der versteuert wird. Bei Gesamteinkünften unter 7.664 Euro jährlich besteht keine Steuerpflicht. Dazu zählt auch das reguläre Einkommen. Übersteigen die Einkünfte diesen Wert, sind Steuern auf den Betrag fällig, um den der Sockelbetrag überschritten wird.
Freibeträge für Kapitaleinkünfte

Der Gesetzgeber sieht einen Freibetrag für Kapitaleinkünfte vor, der sich auf die Abgeltungssteuer bezieht. Der Betrag von 801 Euro für Alleinstehende wird von der Abgeltungssteuer freigestellt. Wer beim Trading also im Jahr 750 Euro Gewinn erzielt, bleibt die Steuer aus. Wenn jedoch z.B. 18.975 Euro erzielt werden, wären 801 Euro abzuziehen und von den übrigen 18.174 Euro 25 Prozent zu versteuern. Damit wären 13.630,50 Euro letztlich übrig. Dabei können Verluste gegen gerechnet werden, auch aus anderen Geldanlagen. So gilt das etwa für Gewinne aus dem Forex-Handel, Aktien oder Fonds.

 

Börsengewinne werden automatisch versteuern

Wenn der Handel über deutsche Broker läuft, erfolgt die Besteuerung automatisch und die Anleger müssen sich um nichts kümmern. Die zuständige Bank zieht automatisch 25 Prozent Abgeltungssteuer ab und führt sie an das Finanzamt ab. Am Jahresende stellen die Broker eine Bescheinigung für die Steuererklärung aus. Um den Freibetrag von 801 Euro voll ausnutzen zu können, muss ein Freistellungsauftrag erteilt werden. Nur so werden Gewinne erst versteuert, wenn sie über 801 Euro liegen.

Wohnsitz in Deutschland und ausländische Broker

Wenn Anleger in Deutschland leben und mit Brokern im Ausland arbeiten, ist auch hier die Abgeltungssteuer fällig. Dabei müssen Gewinne und Verluste jedoch selbst in der Steuererklärung aufgeführt werden. Ob der Broker also in Deutschland oder in Deutschland ansässig ist, spielt dabei keine Rolle. Wer bei der Einkommenssteuererklärung diese Angaben „vergisst“, macht sich strafbar und muss mit Nachzahlungen und eventuell einer Haftstrafe rechnen.

 

Auswandern, um Steuern zu umgehen

Wer sich die Steuern sparen und die Abgeltungssteuer umgehen möchte, muss auswandern. Wer in Deutschland seinen Wohnsitz hat, muss auch die Abgeltungssteuern zahlen, egal wo der Broker ansässig ist. In Niedrigsteuerländern wie etwa Paraguay jedoch sieht es anders aus. Dann muss das Einkommen einschließlich der Gewinne aus dem Trading nicht versteuert werden. Wenn jemand den Wohnsitz in Deutschland aufgibt und die Verbindungen nach Deutschland aufgibt, ist in Deutschland auch nicht mehr steuerpflichtig. Daher sollte auch möglicher Immobilienbesitz veräußert werden. Wichtig ist, dass in Deutschland keinerlei Einkommen erwirtschaftet wird. Der Lebensmittelpunkt und der Aufenthaltsort müssen außerhalb Deutschlands liegen. Schon das Gästezimmer bei Freunden, das regelmäßig genutzt werden darf, kann für das Finanzamt völlig ausreichen, um die Steuerpflicht einzufordern. Länder wie Thailand bieten beim Trading allenfalls niedrige Steuersätze, ebenso Malaysia, Hongkong oder Singapur. Im Grunde braucht es dann nur eine schnelle Internetverbindung. Dann braucht es nur etwas Know-how und Geschick, und man kann sich einen schönen Gewinn erwirtschaften.

 

Gewerbe anmelden zum Traden

Häufig ist auch die Frage, ob zum Traden Gewerbe angemeldet werden muss. Die Antwort ist klar nein. Trading ist problemlos für Privatpersonen möglich. Wer jedoch Trading für andere übernimmt, muss das beim Ordnungsamt als Gewerbe anmelden. Das gilt auch, wenn Anleger als Coach für andere Trader aktiv sind, Websites betreiben oder Lehrgänge anbieten. Hier muss ein Gewerbe angemeldet werden. Wer jedoch nur privat für sich Börsengeschäfte tätigt, kommt ohne Bürokratie und Ordnungsamt aus.

 

Trading und Hartz IV

Beim Thema Steuern ist auch immer wieder Hartz IV ein Aspekt. Wer beim Trading Gewinne erzielt, muss die Gewinne versteuern. Wer dabei auch Sozialleistungen bezieht, muss dies bei den Behörden angeben. Empfänger von Hartz IV Leistungen sind verpflichtet, monatliche Extraeinkünfte vollständig beim Job-Center anzugeben. Kommen die Betroffenen dieser Verpflichtung nicht nach und das Job-Center entdeckt diese Nebeneinkünfte, können Rückforderungen die Folge sein. Außerdem kann es zu einem Verfahren wegen Sozialbetrug kommen. Das kann vorkommen, wenn das Amt die Kontoauszüge einmal genauer überprüft.

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