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Wozu gibt es in Deutschland die Wettsteuer?

Dass man bei den unterschiedlichsten Dingen Steuern entrichten muss, ist wohl keinem neu. Noch recht neu ist dafür aber die Wettsteuer, die in Deutschland erhoben wird. Diese gibt es erst seit 2012. Seit 2011 ist sie in einem geänderten Glücksspielvertrag festgeschrieben, der 2012 in Kraft getreten ist.

Hier mag es viele Leser verwundern, wieso der Staat erst 2012 angefangen hat, Steuern auf Wetten zu erheben. Schließlich ist der deutsche Staat sonst dafür bekannt, dass er sich kaum eine Quelle für Steuern entgehen lässt, und Wetten gibt es nun nicht gerade erst seit gestern. Man hätte also eher vermutet, dass es die Wettsteuer schon um Einiges länger gibt.

 

Die historische Entwicklung hin zu einer Wettsteuer

Ein staatliches Monopol

Lange Zeit wollte der deutsche Staat den Markt für Buchmacher kontrollieren und auf diesem Wege die Bürger vor der Spielsucht schützen. Dazu wurden private Anbieter von Sportwetten aus dem Markt gedrängt. Nur dem staatlichen Anbieter Oddset sollte es erlaubt sein, die Bürger Wetten auf sportliche Ereignisse abgeben zu lassen.

Die Ziele und Methoden des Staates waren hier aber nicht unbedingt im Einklang miteinander. So sei angemerkt, dass es bei Sportwetten äußerst selten zu einer Spielsucht kommt, aber diese bei anderen Glücksspielen viel häufiger vorkommt. Daher sind die Sportwetten eine nur schwer verständliche Wahl, um den Glücksspielmarkt zum Schutz der Bürger zu begrenzen. Böse Zungen behaupten, der Staat habe sich die Einnahmen aus dem Sportwettengeschäft sichern wollen und habe es deshalb nur noch dem staatseigenen Anbieter erlaubt.

 

Buchmacher im Internet

Mit dem Aufkommen des Internets zahlte sich diese Taktik aber bald im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr aus. Denn ausländische Anbieter konnten über das Internet auf den deutschen Markt drängen, und der Staat konnte die entsprechenden Unternehmen auf Grund ihres Firmensitzes im Ausland nur schlecht erreichen.

Da die Online-Buchmacher weitaus bessere Quoten im Angebot hatten, wurden sie schnell bei den Wettfreunden beliebt. So verkam das einstige staatliche Monopol Oddset zu einem wenig attraktiven Anbieter, der den Wettenden weit höhere Kosten und niedrigere Gewinne als seine Konkurrenten bieten konnte. Die für das Glücksspiel zuständigen Bundesländer unternahmen daraufhin einige Versuche, den Online-Buchmachern den deutschen Markt weniger schmackhaft zu machen. Angesichts der hohen Nutzerzahlen und Gewinne waren die erlittenen Verluste aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, und der Trend setzte sich fort.

 

Das Einschreiten der EU

Auch wenn die staatliche Strategie gegen private Buchmacher keinen Erfolg zeigte, brachte das die deutschen Behörden noch nicht zum Einlenken. Es wäre möglicherweise irgendwann geschehen, wenn sie die Vergeblichkeit des eigenen Tuns anerkannt hätten, aber schon davor schritt die EU ein.

Bereits 2006 leitete die EU-Kommission ein Strafverfahren gegen die deutschen Behörden ein, weil die damalige Wettpolitik gegen geltendes Europarecht verstieß. Das Problem bestand darin, dass Deutschland den ausländischen Anbietern den Zugang zum Markt erschwerte und sich somit gegen einen freien Markt stellte. Die zuständigen EU-Institutionen riefen Deutschland auf, seinen Wettmarkt so weit zu öffnen und zu liberalisieren, dass er dem EU-Recht entspräche. Dem kam der Gesetzgeber mit der Änderung des Glücksspielvertrages von 2011 nach, die 2012 dann in Kraft trat.

 

Die Ausgestaltung der Wettsteuer

Fest steht, dass die Wettsteuer den deutschen Spielern eher unliebsam bleibt – schließlich konnte man bis vor wenigen Jahren noch den gesamten Gewinn einstreichen und muss jetzt einen Teil davon abgeben. Das merken die Spieler aber in vielen Fällen nicht direkt, da die Buchmacher die Wettsteuer meist schon direkt mit einpreisen. So sehen die Wettlustigen bloß schlechtere Quoten oder eine etwas versteckte Abgabe.

Damit bietet sich ihnen aber auch ein Vorteil gegenüber einer anderen möglichen Ausgestaltung der Wettsteuer. Dadurch, dass die Wettsteuer gleich bei den Buchmachern eingetrieben wird, haben die Spieler einen weitaus geringeren Aufwand als anders. Sie müssen sich also nicht um ihre Bezahlung kümmern und haben somit einen Punkt weniger in ihrer Steuererklärung abzuarbeiten.
Auch der Staat erreicht mit dieser Ausgestaltung seine Ziele in Bezug auf das Wettverhalten der Bürger. Indem er die Wettsteuer von den Anbietern eintreibt, die ihre Einnahmen schließlich nur mit den Wetten der Bürger machen, stellt er sicher, dass entweder die Anbieter weniger Profit machen oder die Bürger weniger attraktive Quoten für ihre Wetten vorfinden. Ersteres kann im Endeffekt die ineffizienten Anbieter aus dem Geschäft drängen und den Markt konsolidieren, während Letzteres den Bürgern etwas den Reiz des Wettens nimmt. In jedem Fall muss sich der Staat nicht vorwerfen lassen, er würde das Wettgeschäft unterstützen oder gar die Bürger zur Spielsucht verleiten.

 

Der Verlust durch die Wettsteuer

Die Wettsteuer ist per Änderung des Glücksspielstaatsvertrages vom 15. Dezember 2011 auf 5% festgelegt. Diese Änderung trat zum 1. Juli 2012 in Kraft und betrifft seitdem alle, die Sportwetten anbieten oder sich als Wettkunden etwas Geld mit Sportwetten zu erspielen versuchen. Durch die Wettsteuer wird der Gewinn der Wettanbieter gemindert, oder die Einsetzenden erhalten im Falle eines Gewinns geringere Ausschüttungen.

In manchen Fällen gibt es auch beide Arten von Verlusten zugleich, wenn also der Anbieter einen Teil der Wettsteuer aus seinen Gewinnen bestreitet und einen Teil der Wettsteuer an seine Kunden weitergibt. Manche Anbieter wechseln auch das Modell von Zeit zu Zeit, sodass sie bestimmte Tage festlegen, an denen die Wettgewinner ihre Gewinne in voller Höhe mitnehmen können und die Anbieter für die Wettsteuer aufkommen. Auch denkbar ist, dass ein Anbieter bestimmte Arten von Wetten von der Wettsteuer ausnimmt, sodass er für Gewinne der Kunden in diesen Kategorien die Wettsteuer übernimmt, während die Steuer bei Gewinnen in anderen Kategorien vom Gewinn der Kunden abgeht.

 

Die Auswirkungen der Wettsteuer

Zumindest vordergründig war mit der Einführung der Wettsteuer die Hoffnung verbunden, dass das Wetten für die Bürger durch die geringeren Gewinne weniger attraktiv würde. Diese Wirkung lässt sich allerdings bisher nicht feststellen. So wetten nicht weniger Bürger als noch vor einigen Jahren, sondern eher mehr. Dieser Trend hängt allerdings auch damit zusammen, dass die Buchmacher im Internet das Wetten deutlich komfortabler. Ersichtlich ist zum Beispiel, dass die Hemmschwelle zum Wetten geringer ist, weil der Aufwand des Besuches beim Buchmacher entfällt.

Für den Staat gestalten sich die Auswirkungen der Wettsteuer auch auf der monetären Ebene. Dabei lassen sich seit Jahren hohe Einnahmen aus der Wettsteuer verzeichnen. Diese schwanken zwar etwas und fallen beispielsweise ein wenig höher als gewöhnlich aus, wenn im Jahr eine Fußball-Weltmeisterschaft oder -Europameisterschaft ist. Im Großen und Ganzen aber steigen die Steuereinnahmen aus der Wettsteuer eher, als dass sie sinken.

 

Fazit

Die Wettsteuer gibt es nun schon seit einigen Jahren. Für den Wettmarkt in Deutschland ging mit ihrer Einführung einher, dass das staatliche Monopol aufgelöst wurde und der Markt weitgehend liberalisiert wurde. Damit konnten erstmals auch ausländische private Wettbewerber auf den deutschen Markt zugreifen. Das hat die Wettlandschaft in Deutschland stark verändert, denn die ausländischen Buchmacher verwirklichen ihr Geschäft in erster Linie im Internet. Das Wettgeschäft im Internet ist den Kunden zugänglicher, was das Wetten für mehr Menschen zu einer Freizeitbeschäftigung macht.

Auch wenn die Kunden zunächst vor der Wettsteuer gezittert haben, hat sie sich nicht als gravierenden Einschnitt in die Gewinne erwiesen. Mit einer Höhe von nur 5% ist sie vergleichsweise moderat angesetzt, und da in einigen Fällen die Anbieter die Ausfälle durch die Steuer übernehmen, muss der Kunde nicht unbedingt Verluste in Kauf nehmen. Als Kunde muss man sich bloß bei Portalen wie Sportwettenanbieter.com informieren, welche Anbieter welche Aktionen zur Wettsteuer anbieten.

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