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Welche Kosten beim Hausbau können steuerlich abgesetzt werden

Ein Hausbau stellt die meisten Bauherren vor große finanzielle Risiken. Nicht umsonst zählt der Hausbau zu den Lebenswerken vieler: Jahrzehntelang abzuzahlende Kredite sorgen für eine sehr hohe finanzielle Belastung, nur selten ist für Familien aus dem Mittelstand mehr drin als ein Haus, außer der Eigenanteil ist extrem hoch oder die Lage sehr preisgünstig. So oder so ist es ratsam, Geld zu sparen, wo es möglich ist: Zum Beispiel über die Steuer. Welche Kosten beim Hausbau steuerlich abgesetzt werden können, in welchen Fällen das möglich ist und warum es hilfreich ist, die Kosten über mehrere Jahre hinweg zu verteilen.

 

Werbungskosten bilden den Rahmen für die steuerliche Absetzbarkeit

Soll beim Hausbau etwas von der Steuer abgesetzt werden, dann geschieht dies über die sogenannten Werbungskosten. Diese betragen aktuell pro Jahr 1200 Euro. Das heißt, dass für den Hausbau maximal 1200 Euro pro Jahr von der Steuer abgesetzt werden können. Dieser Umstand klärt auch gleich die Frage, warum es sinnvoll ist, die entsprechenden Kosten über mehrere Jahre hinweg zu verteilen: Mit jedem Jahr kommen 1200 Euro zur steuerlichen Ersparnis dazu.

 

Handwerkerrechnungen sind absetzbar – aber nur die Lohnkosten

Über die Werbungskosten sind konkret Kosten absetzbar, die zur Entlohnung von Handwerkern eingesetzt werden, die im räumlichen Bereich eines vorhandenen Haushalts tätig sind. Daraus folgt, dass die Lohnkosten auf der Handwerkerrechnung nur dann absetzbar sind, wenn die Arbeit, der die Rechnung gilt, an den Räumlichkeiten des vorhandenen Haushalts durchgeführt werden.

Die Kosten für Fertighäuser ebenso wie für Massivhäuser können umgekehrt also in keinem Teil abgesetzt werden, wenn das Haus leer steht und nicht genutzt wird. Das ist bei vielen selbstgenutzten Bauten jedoch nicht der Fall. In der Regel sieht der Plan der meisten die Eigennutzung vor dem eigentlichen Ende der Bauphase vor, beispielsweise dann, wenn das untere Stockwerk eines Hauses innen schon fertig ist, während am oberen und außen noch gearbeitet wird. Ein Praxisbeispiel erklärt, wann welche Leistungen steuerlich absetzbar sind:

 

Praxisbeispiel für die Absetzbarkeit der Lohnkosten von Handwerkerrechnungen

Angenommen, Familie Weber, bestehend aus einem Ehepaar mit 2 Kindern, lässt sich ein Einfamilienhaus errichten. Dieses hat zwei Stockwerke, wobei der Innenausbau beim Unteren abgeschlossen ist und die Familie die unteren Räume entsprechend im Jahr 2019 bezieht. Daraufhin wird die Isolierung im Außenbereich des unteren Stockwerks angebracht, worauf die entsprechende Rechnung von 20.000 Euro folgt. Davon sind 16.000 Euro Lohnkosten.

Die Familie vereinbart mit dem Handwerksbetrieb eine Zahlung in zwei Schritten. Die Rechnung wird gesplittet auf 10.000 Euro bzw. 8000 Euro auf das Jahr 2019, die andere Hälfte wird Anfang 2020 fällig. Dadurch kann die Familie für das Jahr 2019 und für das Jahr 2020 jeweils 1200 Euro der Lohnkosten von der Steuer absetzen.

Weitere Einsparmöglichkeiten ergeben sich für die Familie durch den sukzessiven Bezug des Einfamilienhauses, speziell des oberen Stockwerks. Lässt sich die Familie mit dem Bezug bis 2021 Zeit und geht mit der Isolierung oder einer vergleichbaren Handwerksleistung so vor wie beim unteren Stockwerk, ergibt sich erneut eine steuerliche Gesamtersparnis von 2400 Euro.

1 Kommentar

  1. Stefan Steigerwald

    habe das Erdgeschoß behinertengerecht umbauen lassen und bekomme hierfür von der Kfw einen Zuschuß.

    Kann ich die Rechnungen auch noch in der Steuererklärung zu teilweisen Erstattung der Handwerkerlöhne
    angeben ??

    • Thilo Rudolph

      Hallo Stefan,

      die Aufwendungen für einen behindertengerechten Umbau können Sie als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung geltend machen. Außergewöhnliche Belastungen sind grundsätzlich in dem Jahr absetzbar, in dem sie geleistet wurden. Daher dürfen besonders hohe Kosten für den behindertengerechten Wohnungsumbau nicht auf mehrere Jahre verteilt werden.

      Wichtig: Nur die Kosten, die nach Abzug von Erstattungen oder Zuschüssen übrig bleiben, dürfen Sie von der Steuer absetzen. Hinzu kommt, dass die Aufwendungen, die als außergewöhnliche Belastungen absetzbar sind, vom Finanzamt um die zumutbare Belastung gekürzt werden.

      Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle steuerliche Beratung durchführen dürfen. Bei tiefergehenden Fragen wenden Sie sich daher bitte für eine verbindliche Auskunft an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt in Steuerfragen in Ihrer Nähe.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Lohnsteuer kompakt

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