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Riester-Rente

Die Riester-Rente eignet sich nur für Kinderreiche und Menschen mit wenig Einkommen? Falsch! Gerade wenn Sie etwas mehr verdienen und einen hohen Einkommensteuersatz haben, kann sich Riestern lohnen. Denn dann können Sie auch noch den Steuervorteil ausschöpfen.

Mit Riester Steuern sparen

Der Ruf der Riesterrente hat in den letzten Jahren etwas gelitten. Hohe Abschlussprovisionen und Verwaltungskosten, die an den Zulagen zehren, dazu Ärger um zurückgerufene Fördergelder – es überrascht nicht, dass es Vermittler in den letzten Monaten immer schwerer hatten, Neuverträge an den Mann zu bringen. Mit der richtigen Sparform und einem passenden Vertrag lohnt sich Riestern aber immer noch. Und das nicht nur für Kinderreiche und Menschen mit geringem Einkommen. Besserverdiener profitieren sogar doppelt! Denn neben der Zulage bekommen sie auch noch einen Steuervorteil.

Die Grundregeln des Riesterns sind einfach: Sie zahlen 4 Prozent Ihres Einkommens – mindestens 60 Euro und höchstens 2100 Euro – in einen Riester-zertifizierten Vertrag ein. In Frage kommen Fonds- und Banksparpläne, Rentenversicherungen und beim Wohn-Riester auch Bausparverträge oder Hypothekendarlehen. Auf diesen Eigenbeitrag legt der Staat die Förderung drauf: 154 Euro Grundzulage im Jahr sind Ihnen sicher. Dazu gibt es für jedes Kind, das ab dem 1.1.2008 geboren wurde, 300 Euro, für ältere Kinder immerhin 185 Euro. Die Zulage fließt solange es Kindergeld gibt, im besten Fall also 25 Jahre lang. Wichtig ist nur, dass Sie Ihre Riester-Beiträge regelmäßig Ihrem Einkommen anpassen und vor allem den Zulagenantrag nicht vergessen!

Riester-Beiträge sind Sonderausgaben

Auch ohne Kinder kommen Sie als Single in 25 Jahren auf 3850 Euro Zuschuss vom Staat, wenn es bei den heutigen Fördersätzen bleibt. Ein Kind bringt zusätzlich bis zu 7500 Euro. Doch damit nicht genug: Neben der Zulage kommt für Sie eventuell auch noch eine steuerliche Förderung in Frage. Denn bis zu einem Höchstbetrag von 2100 Euro können Sie Ihre Riester-Beiträge in der Steuererklärung als Sonderausgaben absetzen. Wenn sowohl Sie als auch Ihr Ehepartner förderberechtigt sind, können Sie diesen Betrag beide absetzen. Das Finanzamt berücksichtigt sowohl Ihren Eigenbeitrag als auch den Zulagenanspruch.

Ihre Riester-Beiträge geben Sie nicht bei den Sonderausgaben im Mantelbogen an, sondern in der Anlage AV. Hier tragen Sie ein, was Sie in den Riester-Vertrag eingezahlt haben. Den Zulagenanspruch berücksichtigt das Finanzamt automatisch – selbst dann, wenn Sie die Zulage gar nicht beantragt haben. Banken und Versicherungen sind inzwischen verpflichtet, Riester-Beiträge automatisch an das Finanzamt zu übermitteln, Sie brauchen also keine Bescheingung beilegen.

Finanzamt prüft, was günstiger ist

Aus Ihren Zahlungen plus den Zulagen errechnet sich der mögliche Sonderausgabenabzug. Zum Tragen kommt er aber nur, wenn die dadurch erzielbare Steuerersparnis höher ist als die möglichen Zulagen. Das müssen Sie nicht selbst herausfinden, das Finanzamt rechnet automatisch im Rahmen der sogenannten „Günstigerprüfung“ nach. Das ist natürlich nur möglich, wenn Sie auch eine Steuererklärung machen!

Fällt die Steuerersparnis geringer aus als die Zulagen, passiert gar nichts. Fällt sie höher aus, können Sie sich freuen, dann berücksichtigt das Finanzamt Ihre Riester-Beiträge als Sonderausgaben und Sie sparen Steuern. Die Zulagen werden von der Steuerersparnis allerdings abgezogen, es soll ja keine Doppelförderung geben.

Besonders praktisch: Anders als die Zulage fließt die Steuerersparnis nicht zwangsläufig in die Altersvorsorge, sondern zur freien Verwendung auf Ihr Konto. Sie können das Geld in den Riester-Vertrag einzahlen, müssen das aber nicht tun. Aufpassen sollten Sie nur, wenn Sie den Riester-Vertrag später auflösen und das Geld doch nicht für die Altersvorsorge verwenden. Das gilt als „schädliche Verwendung“. Und dann müssen Sie nicht nur die Zulagen zurückzahlen, sondern auch die gesparten Steuern.

 

 

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