Lohnsteuer kompakt FAQs

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Welche Steuerklasse gilt für wen?

Lohnsteuerklasse I:

  • gilt für Ledige, Verwitwete, Geschiedene, dauerhaft getrennt lebende Ehepaare und Verheiratete mit im Ausland lebendem Ehepartner

Lohnsteuerklasse II:

  • gilt für Alleinerziehende, die den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende geltend machen können

Lohnsteuerklasse III:

  • gilt für Verheiratete, deren Ehepartner entweder nicht erwerbstätig ist oder als Arbeitnehmer der Steuerklasse V angehört
  • gilt für Verheiratete, deren Ehepartner in einem EU-Land lebt
  • gilt für Verwitwete im ersten Jahr nach dem Tod des verstorbenen Ehegatten

Lohnsteuerklasse IV:

  • gilt für Verheiratete Ehepartner, die zusammen leben und beide unbeschränkt steuerpflichtig sind. Diese Steuerklasse ist am günstigsten für Ehepartner, die ungefähr gleich viel verdienen.
  • Die Steuerklassen-Kombination IV/IV lohnt sich vor allem, wenn beide Ehepartner ungefähr gleich viel verdienen.
  • Bei der Steuerklassen-Kombination IV mit Faktor werden von vornherein Freibeträge in der Lohnsteuerberechnung berücksichtigt. Dadurch ist die Differenz zwischen gezahlter Lohnsteuer und tatsächlicher Steuerschuld am Jahresende geringer.

Lohnsteuerklasse V:

  • Verheiratete, wenn der andere Ehepartner in Steuerklasse III ist. (Vorausgesetzt die Ehepartner leben zusammen)

Lohnsteuerklasse VI:

  • Alleinstehende und Verheiratete mit einem weiteren Beschäftigungsverhältnis, wenn keine Lohnsteuerkarte des Finanzamts vorliegt.

Welche Steuerklasse gilt für wen?



Was ist das Faktorverfahren inSteuerklasse IV?

Anstelle der Steuerklassenkombination III/V können Arbeitnehmer-Ehegatten auch die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor wählen. Das Faktorverfahren sieht vor, dass Ehepartner eine Besteuerung entsprechend des Anteils beantragen können, den sie zum Familieneinkommen beitragen.

Der Antrag kann beim Finanzamt formlos oder in Verbindung mit dem förmlichen Antrag auf Eintragung eines Freibetrags gestellt werden. Dabei sind die voraussichtlichen Arbeitslöhne des Jahres 2013 aus den ersten Dienstverhältnissen anzugeben.

Das Finanzamt berechnet danach den Faktor mit drei Nachkommastellen ohne Rundung und trägt ihn jeweils zur Steuerklasse IV ein. Der Faktor wird wie folgt berechnet: voraussichtliche Einkommensteuer im Splittingverfahren ("Y") geteilt durch die Summe der Lohnsteuer für die Arbeitnehmer-Ehegatten gemäß Steuerklasse IV ("X").

Wie bei der Wahl der Steuerklassenkombination III/V sind die Arbeitnehmer-Ehegatten auch bei der Wahl des Faktorverfahrens verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einzureichen.

Was ist das Faktorverfahren inSteuerklasse IV?



Wie kann ich meine Steuerklasse wechseln?

Anträge zum Steuerklassenwechsel oder zur Anwendung des Faktorverfahrens sind an das Finanzamt zu richten, in dessen Bezirk die Ehegatten im Zeitpunkt der Antragstellung ihren Wohnsitz haben. Die Steuerklasse ist eines der für den Lohnsteuerabzug maßgebenden Lohnsteuerabzugsmerkmale.

Ein Steuerklassenwechsel oder die Anwendung des Faktorverfahrens im Laufe des Jahres 2013 kann in der Regel nur einmal, und zwar spätestens bis zum 30. November 2013, beim Wohnsitzfinanzamt beantragt werden. Nur in den Fällen, in denen im Laufe des Jahres 2013 ein Ehegatte keinen Arbeitslohn mehr bezieht (z. B. Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis) oder verstirbt, kann das Wohnsitzfinanzamt bis zum 30. November 2013 auch noch ein weiteres Mal einen Steuerklassenwechsel vornehmen oder das Faktorverfahren anwenden. Das Gleiche gilt, wenn ein Ehegatte nach vorangegangener Arbeitslosigkeit wieder Arbeitslohn bezieht, nach einer Elternzeit das Dienstverhältnis wieder aufnimmt oder wenn sich die Ehegatten im Laufe des Jahres auf Dauer trennen.

Der Antrag ist von beiden Ehegatten gemeinsam, mit dem beim Finanzamt erhältlichen Vordruck "Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatte" oder in Verbindung mit der Berücksichtigung eines Freibetrags auf dem amtlichen Vordruck "Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung 2015" bzw. "Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung 2015" zu beantragen. Bei der Wahl des Faktorverfahrens sind zusätzlich die voraussichtlichen Arbeitslöhne des Vorjahres aus den ersten Dienstverhältnissen beider Ehegatten anzugeben

Wie kann ich meine Steuerklasse wechseln?



Was ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Die Beitragsbemessungsgrenze ist im deutschen Sozialversicherungsrecht eine wichtige Rechengröße. Sie ist der Betrag, bis zu dem Arbeitsentgelt und Rente eines gesetzlich Versicherten für Beiträge der gesetzlichen Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung herangezogen werden. Der Teil des Einkommens, der die jeweilige Beitragsbemessungsgrenze übersteigt, bleibt für die Beitragsberechnung außer Betracht.

Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West) hat sich 2015 von 5.950 Euro im Monat (2014) auf 6.050 Euro im Monat erhöht. Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) ist 2015 auf 5.200 Euro im Monat (2014: 5.000 Euro im Monat) gestiegen.

In der knappschaftlichen Rentenversicherung gelten 2015 folgende neue monatliche Beträge: Beitragsbemessungsgrenze (West): 7.450 Euro im Monat, Beitragsbemessungsgrenze (Ost): 6.350 Euro im Monat. Das vorläufige Durchschnittsentgelt in der gesetzlichen Rentenversicherung wird für das Jahr 2015 bundeseinheitlich auf 34.999 Euro im Jahr festgesetzt.

Bundeseinheitlich wird die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung festgesetzt. Sie erhöht sich gegenüber 2014 (53.550 Euro) auf 54.900 Euro jährlich. Die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt allerdings nur 49.500 Euro im Jahr (2014: 48.600 Euro im Jahr).

Beitragsbemessungsgrenze
  West Ost
Allgemeine Rentenversicherung 6.050 €/Monat 5.200 €/Monat
Knappschaftliche Rentenversicherung 7.450 €/Monat 6.350 €/Monat
Gesetzliche Krankenversicherung 49.500 €/Monat 49.500 €/Monat

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze?



Was ist der Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung?

Der einkommensabhängige Zusatzbeitrag wurde in Deutschland zum 1. Januar 2015 in der gesetzlichen Krankenversicherung eingeführt (§ 242 SGB V n.F.). Krankenkassen haben damit ein zusätzliches Mittel, finanzielle Engpässe auszugleichen.

Früher teilten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Kassenbeitrag jeweils zur Hälfte. Bereits seit 2005 müssen Beschäftigte einen Sonderbeitrag aus eigener Tasche finanzieren. Zum 1. Januar 2015 wurde der gesetzlich festgelegte Beitragssatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung von 15,5 auf 14,6 % abgesenkt.

Kommt eine Krankenkasse damit nicht aus, darf sie einen "kassenindividuellen Zusatzbeitrag" erheben, der – anders als früher – nun ebenfalls als Prozentsatz vom Einkommen des Kassenmitglieds berechnet wird. der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt aktuell bei 0,90%. Den Zusatzbeitrag müssen die Krankenkassenmitglieder alleine tragen. Das heißt, auch Beitragssteigerungen in der Zukunft bezahlen die Mitglieder allein.

Jede Krankenkasse ist verpflichtet die Erhebung eines Zusatzbeitrags in deren Satzung aufzunehmen. Die Satzung kann entweder in den Geschäftsstellen der Krankenkasse oder auf der dazugehörigen Internetseite eingesehen werden. Zusätzlich müssen spätestens einen Monat vor Erhebung des zusätzlichen Beitrages sämtliche Mitglieder schriftlich informiert und auf das Sonderkündigungsrecht hingewiesen werden.

Was ist der Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung?



Wer muss den Zuschlag zur Pflegeversicherung für Kinderlose zahlen?

Wenn Sie keine Kinder haben und älter sind als 23 Jahre, müssen Sie seit Januar 2005 mehr Pflegeversicherung bezahlen. Der Zusatzbeitrag beträgt 0,25 Prozent. Am Zuschlag von 0,25 Prozentpunkten für Kinderlose werden die Arbeitgeber nicht beteiligt (§ 55 Absatz 3 SGB XI).

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung beträgt somit für Kinderlose im Jahr 2015 1,425% (Sachsen: 1,925%).

Beitragssatz zur Pflegeversicherung
  Arbeitgeberanteil Arbeitnehmeranteil Zuschlag
restliche Bundesländer 1,175% 1,175% 0,25%
Sachsen 0,675% 1,675% 0,25%

Den Beitragszuschlag zahlen nur Kinderlose ab 23 Jahren, nicht aber leibliche Eltern und Pflegeeltern. Das gilt auch für Adoptiv- und Stiefeltern. Adoptiv- und Stiefeltern müssen allerdings die Elternschaft übernommen und mit dem Kind in einem Haushalt gelebt haben, solange ihr Kind die Altersgrenzen für die Familienversicherung noch nicht überschritten hatte.

Manche Versicherte sind vom Zusatzbeitrag befreit, obwohl sie keine Kinder haben:

  • Personen, die vor dem 1. Januar 1940 geboren sind
  • Bezieher von Arbeitslosengeld II
  • Wehr- und Zivildienstleistende

Wer muss den Zuschlag zur Pflegeversicherung für Kinderlose zahlen?



Wie lasse ich Freibeträge oder Änderungen auf meiner Lohnsteuerkarte eintragen?

Steuerzahler, die einen Freibetrag in ihren elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) eintragen möchten, wenden sich an das Finanzamt. Falls Sie also einen Lohnsteuerfreibetrag für hohe Werbungskosten berücksichtigen lassen möchten, können Sie einen entsprechenden Antrag stellen. Gleiches gilt für die antragsgebundenen Abzugsmerkmale, wie Berücksichtigung volljähriger Kinder, Pflegekinder, Steuerklasse II für Alleinerziehende.

Verwenden Sie dazu diese Formulare:

Auch wenn Sie bereits im Vorjahr einen solchen Freibetrag genutzt und die Verhältnisse sich nicht wesentlich geändert haben, ist ein erneuter Antrag für das neue Jahr erforderlich. Hierzu genügt jedoch der "vereinfachte Antrag auf Lohnsteuerermäßigung". Nur ein bereits eingetragener Behinderten-Pauschbetrag wird auch ohne erneuten Antrag weiterhin berücksichtigt. Gleiches gilt, wenn der Behinderten-Pauschbetrag für ein Kind auf die Eltern übertragen wurde.

Wie lasse ich Freibeträge oder Änderungen auf meiner Lohnsteuerkarte eintragen?