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Lohnsteuer kompakt FAQs

 


Ersatzleistungen

Einkommensersatzleistungen wie z.B. Krankengeld, Elterngeld, Mutterschaftsgeld unterliegen dem Progressionsvorbehalt.

Tragen Sie auf dieser Seite nur Einkommensersatzleistungen ein, die Sie nicht bereits im Rahmen der Anlage N - Einkünfte als Arbeitnehmer - angegeben haben.

- Alle Einkommensersatzleistungen sind per Bescheinigung nachzuweisen. -

Dieser Text bezieht sich auf die Steuererklärung 2020. Die Version die für die Online Steuererklärung 2021 finden Sie unter:
(2021): Ersatzleistungen



Was sind Einkommensersatzleistungen?

Die Empfänger von Sozialleistungen müssen nicht immer Arbeitnehmer sein. Auch an Gewerbetreibende, Selbständige, Freiberufler oder Landwirte werden so genannte Einkommensersatzleistungen ausbezahlt, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen.

Diese Einkommensersatzleistungen sind ebenso wie Lohnersatzleistungen steuerfrei, haben aber dennnoch einen Einfluss auf die Höhe der zu zahlenden Steuer. Denn die Einkommensersatzleistungen werden in den Progressionsvorbehalt einbezogen und haben damit eine gewichtigen Einfluss auf die Berechnung des persönlichen Steuersatzes.

Die Entgeltersatzleistungen erhalten Sie als Nicht-Arbeitnehmer, zum Beispiel als Freiberufler oder Gewerbetreibender:

  • Leistungen nach dem Mutterschutzgesetz (Mutterschaftsgeld, Elterngeld)
  • Leistungen aus der gesetzlichen Krankenversicherung (Krankengeldzahlungen)
  • Leistungen nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz

Wichtig: Lohnersatzleistungen, die Sie als Arbeitnehmer erhalten, geben Sie bei Lohnsteuer kompakt bitte im Bereich "Einkünfte als Arbeitnehmer - Anlage N -" an.

(2014): Was sind Einkommensersatzleistungen?



Was ist der Progressionsvorbehalt?

Steuerfreie Lohnersatzleistungen - für Nicht-Arbeitnehmer auch Einkommensersatzleistungen genannt - sowie steuerfreie Auslandseinkünfte werden in den Progressionsvorbehalt einbezogen (§ 32b Abs. 1 Nr. 1 EStG).

Der Progressionsvorbehalt führt dazu, dass die steuerfreien Ersatzleistungen dem zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet werden. Für diesen Betrag wird nun ein besonderer Steuersatz ermittelt. Und mit dem besonderen Steuersatz wird dann das zu versteuernde Einkommen - ohne die Lohnersatzleistungen - besteuert (§ 32b Abs. 2 EStG). Insgesamt führen die Progressionseinkünfte also zu einer höheren Besteuerung Ihrer übrigen Einkünfte.

Die meisten Lohnersatzleistungen finden Sie nicht auf der Lohnsteuerkarte wieder. Dazu gehören gemäß § 32b EStG:

  • Altersübergangsgeld
  • Altersübergangsgeld-Ausgleichsbetrag
  • Arbeitslosenbeihilfe nach dem Soldatenversorgungsgesetz
  • Arbeitslosengeld
  • Eingliederungshilfe nach dem Arbeitsförderungsgesetz
  • Eingliederungshilfe nach dem Sozialgesetzbuch
  • Elterngeld nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz
  • Entschädigungen für Verdienstausfall nach dem Infektionsschutzgesetz
  • Insolvenzgeld
  • Insolvenzgeld nach dem Sozialgesetzbuch
  • Krankengeld nach dem Fünften, Sechsten oder Siebten Buch des Sozialgesetzbuches
  • Krankengeld nach dem Gesetz über die Krankenversicherung der Landwirte
  • Leistungen aus dem Europäischen Sozialfonds zur Aufstockung des Überbrückungsgeldes
  • Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch, die dem Lebensunterhalt dienen
  • Mutterschaftsgeld
  • Sonderunterstützung nach dem Mutterschutzgesetz
  • steuerfreie Aufstockungsbeträge oder Zuschläge nach § 3 Nr. 28 EStG
  • Teilarbeitslosengeld
  • Übergangsgeld
  • Übergangsgeld oder vergleichbare Lohnersatzleistungen nach dem Fünften, Sechsten oder Siebten Buch Sozialgesetzbuch
  • Unterhaltsgeld
  • Verdienstausfallentschädigung nach dem Bundesseuchengesetz
  • Verdienstausfallentschädigung nach dem Unterhaltssicherungsgesetz
  • Verletztengeld
  • Versorgungskrankengeld nach dem Bundesversorgungsgesetz
  • Vorruhestandsgeld (nach dem Einigungsvertrag)
  • Zuschuss nach der Mutterschutzverordnung oder entsprechenden Landesregelungen
  • Zuschuss zum Arbeitsentgelt
  • Zuschuss zum Mutterschaftsgeld

Wichitg: Alle steuerfreien Leistungen, die nicht in § 32b EStG aufgezählt sind, unterliegen auch nicht dem Progressionsvorbehalt und sind daher in der Steuererklärung nicht anzugeben. Daunter fällt zum Beispiel das Arbeitslosengeld II (Hartz IV). Diese Beträge unterliegen nicht dem Progressionsvorbehalt und müssen daher nicht in der Steuererklärung angegeben werden.

(2014): Was ist der Progressionsvorbehalt?



Wie erhöhen Lohn- und Einkommensersatzleistungen meinen Steuersatz?

Lohnersatzleistungen erhalten Sie zwar steuerfrei ausgezahlt, jedoch wirken sich diese Leistungen auf den Progressionsvorbehalt aus. Das heißt, die steuerfreien Einnahmen werden zur Ermittlung Ihres persönlichen Steuersatzes Ihrem Einkommen zugerechnet.

Aufgrund des nun höheren zu versteuernden Einkommens ergibt sich ein höherer Steuersatz, mit dem dann Ihr restliches Einkommen versteuert wird. So kann es sein, dass Sie Steuern nachzahlen müssen bzw. eine geringere Rückerstattung erhalten als im Vorjahr ohne Lohnersatzleistung.

Beispiel: Eine alleinerziehende Mutter hat ein Jahreseinkommen von 26.000 Euro brutto. Dazu erhält sie 6.000 Euro Elterngeld. Das macht ein Gesamteinkommen von 32.000 Euro. Dafür würde die Einkommensteuer 6.198 Euro betragen, was einem Steuersatz von 19,4 Prozent entspricht.. Mit diesem Steuersatz wird aber nur das Einkommen ohne Elterngeld besteuert, sodass die Steuer 5.044 Euro beträgt. Ohne Progressionsvorbehalt würde die Steuer für ein Einkommen von 26.000 Euro nur 4.333 Euro betragen. Das bedeutet: Für das eigentlich steuerfreie Elterngeld von 6.000 Euro müssen doch 711 Euro mehr an Steuern gezahlt werden (5.044 Euro abzgl. 4.333 Euro). Außerdem erhöhen sich der Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer.

Auf diese Weise wird auch Einkommen versteuert, das eigentlich unter dem Grundfreibetrag liegt und damit steuerfrei bleiben würde. Übersteigt das eigentliche Einkommen inklusive Lohnersatzleistung den Grundfreibetrag, kann der erhöhte Steuersatz angewandt werden. Bleibt das Einkommen jedoch auch mit Lohnersatzleistungen unter dem Grundfreibetrag, muss es nicht versteuert werde.

Beziehen Sie innerhalb eines Jahres nur Lohnersatzeinkommen, bleibt alles steuerfrei, und der Progressionsvorbehalt wird nicht angewandt.

Tipp: Wenn Sie nachträglich eine Lohnersatzleistung zurückzahlen müssen, etwa weil Sie vorher zu viel Arbeitslosengeld erhalten haben, sollten Sie eine Steuererklärung abgeben. Denn hier entsteht eine negative Progression, weil die zurückgezahlte Lohnersatzleistung Ihren Steuersatz reduzieren kann. Haben Sie jedoch im betreffenden Jahr kein zu versteuerndes Einkommen, lohnt es sich nicht, die zurückgezahlte Lohnersatzleistung nachzureichen, weil dies steuerlich keine Auswirkungen für Sie hat.

(2014): Wie erhöhen Lohn- und Einkommensersatzleistungen meinen Steuersatz?



Welche Einkommensersatzleistungen muss ich nicht in der Steuererklärung angeben?

Die folgenden Leistungen müssen Sie nicht in Ihrer Steuererklärung als Einkommensersatzleistung angeben. Sie fallen nicht unter den Progressionsvorbehalt:

  • Krankentagegeld von einer privaten Krankenversicherung.
  • Gründungszuschuss für Existenzgründer ab 1.8.2006
  • Arbeitslosengeld II ab 2005
  • Erziehungsgeld, Wohngeld, Sozialhilfe, Kindergeld
  • Betreuungsgeld ab 1.8.2013
  • Zuschuss-Wintergeld und Mehraufwands-Wintergeld (R 4 Abs. 3 LStR).
  • Streikgelder und Aussperrungsgelder

(2014): Welche Einkommensersatzleistungen muss ich nicht in der Steuererklärung angeben?


Feldhilfen

Art der Leistung

Tragen Sie hier bitte ein, was für Einkommensersatzleistungen Sie im 2014 erhalten haben. Ist Ihre Einkommensersatzleistung nicht in der Auswahlliste enthalten, können Sie auch eine beliebige Bezeichnung eintragen.

Zu den Lohn- bzw. Entgeltersatzleistung zählen:

  • Arbeitslosengeld
  • Insolvenzgeld
  • Krankengeld
  • Elterngeld
  • Mutterschaftsgeld
  • Übergangsgeld
  • Altersübergangsgeld
  • Unterhaltsgeld als Zuschuss
  • Zuschuss zum Arbeitsentgelt
  • Eingliederungshilfe
  • Verletztengeld
  • Verdienstausfallentschädigung
  • Vorruhestandsgeld

Die Ersatzleistungen sind grundsätzlich steuerfrei. Allerdings werden die Beträge bei Ermittlung Ihres persönlichen Steuersatzes berücksichtigt. Den Vorgang nennt man Progressionsvorbehalt.

Das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) gehört hier nicht hin. Diese Beträge unterliegen nicht dem Progressionsvorbehalt und müssen daher nicht in der Steuererklärung angegeben werden.

Betrag

Geben Sie die Höhe der Einkommensersatzleistung ein.

Einkommensersatzleistungen

Summe aller Einkommensersatzleistungen, die Sie bisher erfasst haben.


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